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Peer Knöfler

CDU 21.03.2024 Sitzungen 20/55

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Ministerin, vielen Dank für den Bericht. Ich werde meinen Redebeitrag quasi als Werbeblock für die beruflichen Schulen verwenden und deswegen einige Dinge aufzählen, die zwar schon genannt sind, aber von denen ich glaube, dass sie für die Allgemeinheit wichtig sind. Wir haben 35 öffentliche berufliche Schulen, davon 16 berufsbildende Schulen und 19 RBZ, die 2023 insgesamt von über 82.000 Schülerinnen und Schülern besucht wurden. Darin sind alle enthalten. An den berufsbildenden Schulen des Landes haben wir sechs Schularten: Die Berufsschule, wie wir sie kennen, die Berufsfachschule, die Fachoberschule, die Berufsoberschule, das berufliche Gymnasium und die Fachschule. Das zeigt die Vielfältigkeit der beruflichen Schulen. Dort kann man alle entsprechenden Abschlüsse erwerben. Das sind 350 Bildungsgänge, davon 250 Berufe, die hervorragend beschult werden. Circa 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler an den berufsbildenden Schulen im Land absolvieren eine duale Berufsausbildung. Darüber hinaus können im dualen System die Abschlüsse ESA, MSA, Fachhochschulreife und die allgemeine Hochschulreife erworben werden, teilweise, wenn zusätzlicher Unterricht während der Teilzeitausbildung besucht wird. An den Berufsschulen sind 80 Prozent der Lehrkräfte bodenständig ausgebildet mit Studium für das Berufsschullehramt, teilweise mit Quereinstieg, das heißt mit Master, Magister, Diplom und einem zusätzlichen Jahr Berufserfahrung beziehungsweise einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Enthalten sind acht Prozent Lehrkräfte mit einer Ausbildung für ein allgemeines Lehramt. Das sind meist Gymnasiallehrer, die nicht nur im beruflichen Gymnasium, sondern auch in anderen Vollzeitmaßnahmen eingesetzt sind, und es sind Fachlehrer, die meistens einen Meistertitel besitzen und eine Fachlehrerausbildung durchlaufen haben. Einen besseren Querschnitt zur Vorbereitung auf das Leben gibt es doch gar nicht. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW) Weitere sechs Prozent besitzen ein abgeschlossenes Hochschulstudium, einen Fachhochschulabschluss, einen ausländischen und dann häufig nicht anerkannten Lehramtsabschluss, warten noch auf ein Referendariat oder haben einen fremden Masterabschluss. 107 Bewerbungen zum Referendariat, davon 45 aus Schleswig-Holstein, gab es zum Sommer 2022. Davon konnten 67 geeignete Bewerber eingestellt werden, zusätzlich fünf Fachlehreranwärter. Im Februar 2023 wurden 69 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst eingestellt, davon sind 31 Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die ihren Vorbereitungsdienst begonnen haben. Der erste und zukunftsträchtigste Schritt zur Entwicklung des Handlungsplans war die Gründung der Allianz für Lehrkräftebildung. Dort arbeiten lehramtsbildende Hochschulen, CAU, EUF, das IPN, das SHIBB, das IQSH und das Ministerium zusammen. Die Ziele sind bekannt. Die Maßnahmen, die im Rahmen der Lehrkräftegewinnungsstrategie umgesetzt beziehungsweise angeschoben worden sind, enthält der Bericht der Landesregierung über die Unterrichtssituation 2022/2023. Sie wurden speziell für den Bereich der berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein konzipiert: der duale Master in der beruflichen Bildung in Kooperation mit der EUF und dem Ministerium, das Satellitenmodell, wo Bachelor-Studierende aus ingenieurswissenschaftlichen Studiengängen mit dem Wahlpflichtbereich Berufliche Bildung studieren, das an der EUF angeboten wird, der Bereich Sozialpädagogik, wo ein Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengang eingeführt wird. Ein Masterangebot wird folgen. Für die Errichtung der Studiengänge stellt das Land dauerhaft Mittel aus dem Strategiebudget für Lehrkräftebildung zur Verfügung. Es gibt ungefähr 70 – also knapp ein Prozent – unbesetzte Stellen. Wenn man das einmal in manche anderen Bereiche (Peer Knöfler) der allgemeinen Wirtschaft zu übertragen versucht, stellt man fest, das ist ganz schön gut. (Peter Lehnert [CDU]: Ja!) Es ist gut, dass es hier nur ein Prozent sind und nicht wesentlich mehr, wie anderswo. Wenn man nun betrachtet, dass ein Drittel der Lehrkräfte, also über 1.300, in Teilzeit tätig sind, liegt hier wohl der größte zu hebende Schatz, um unbesetzte Stellen beziehungsweise einen Teil des Bedarfs auch in Zukunft decken zu können. Hier könnte ein Ansatz zum Weiterdenken liegen. Vielleicht macht das Arbeiten an den beruflichen Schulen ja einfach mehr Spaß, sodass dort entsprechend nur ein Drittel und nicht 50 oder 45 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit arbeiten? (Zuruf Martin Habersaat [SPD]) Der Masterplan für die berufliche Bildung kann und wird in Zukunft helfen, Lehrkräfte dabei zu stärken, den Unterricht effizienter zu gestalten. Ich glaube, das ist der richtige Weg. Der Lehrkräftebedarf an BBS und RBZ ist schwer vorherzusagen, weil er abhängig ist von Berufswahlströmungen, von Veränderungen in Bezug auf Lieblingsberufe, die man gerne erlernen möchte, sowie von den Effekten von Maßnahmen wie der Berufsorientierung, die wir eingeführt haben und bei denen wir auch noch nicht wissen: Wozu führt das? Führt das dazu, dass mehr Menschen Lust haben, einen Beruf zu erlernen, bevor sie studieren gehen? Weitere Faktoren sind das Gute-Kita-Gesetz und die Entwicklungen im Ganztag. Trotzdem sind in den letzten Jahren mehr Planstellen geschaffen worden, und es ist, anders als häufig suggeriert wurde, nichts eingespart worden. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir sollten daher dringend weiterhin dafür sorgen, dass der Beruf der Berufsschullehrkraft wieder attraktiver wird. Da sind wir alle aufgerufen; dafür müssen wir alle werben. Ich kann nur sagen: Ich finde es ziemlich toll, Berufsschullehrer zu sein, das hat viel Spaß gemacht. Vielleicht ergibt sich ja für mich noch einmal eine entsprechende Gelegenheit. (Christopher Vogt [FDP]: Bestimmt!) Vielleicht hilft auch die aktuelle wirtschaftliche Situation, dass mehr Leute studieren, dass sie vielleicht auf Gewerbelehramt oder auf Berufsschullehramt studieren. Vielleicht finden wir auch mehr Quereinsteiger, die damit in den öffentlichen Dienst wechseln können – da die wirtschaftliche Situation nun eben so ist, wie sie ist. – Vielen Dank. (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)

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