Martin Habersaat
Vielen Dank, Herr Kollege Krüger. – Es ist von der Systematik her dieses Mal anders als in den Jahren davor. Das ist nicht schlimm, das möchte ich nur sagen. In den Inklusionsberichten werden immer bestimmte Maßnahmen angekündigt. Nun haben Sie aber nicht eins zu eins alle Maßnahmen aus dem Bericht auf die Ebene Ihres Antrags gehoben, sondern nur einzelne Maßnahmen, und andere beantragt, die nicht in dem Bericht stehen. Das ist systematisch schon unübersichtlich. In der Tat hatte ich bei einem Fünfminutenbeitrag nicht die Zeit, auf das Ganze einzugehen. Ich bin aber sehr wohl auch auf andere Punkte eingegangen, zum Beispiel auf die von Ihnen angesprochenen Koordinatorenstellen. Ich habe gesagt, es gab in der Vergangenheit Schulen, die das machen wollten, aber nicht durften, und ich freue mich, dass sie es nun künftig doch dürfen sollen. Zumindest den Punkt hätten Sie schon einmal registrieren können. – Ja, es mag sein, dass Sie das zu den Koordinatorenstellen gesagt haben. Dann bleiben immer noch sieben Punkte übrig, zu denen Sie nichts gesagt haben. (Birgit Herdejürgen [SPD]: Aber auch nur noch dreieinhalb Minuten!) – Als ich hier ans Rednerpult gekommen bin, standen hier neun Minuten. Es war, glaube ich, absehbar, dass der Bericht der Ministerin länger dauern wird, denn es handelt sich um ein sehr kompliziertes Thema. Das soll überhaupt kein Vorwurf sein, das ist völlig normal. Sie hätten also noch ein paar mehr Minuten gehabt. Vor allen Dingen haben Sie immer die Möglichkeit, hier auch noch einen Dreiminutenbeitrag zu halten. Wie gesagt: Ich wiederhole gern noch einmal die Aufforderung, dass Sie auch noch etwas zu den anderen Punkten sagen, dann bin ich auch zufrieden. Die Zusammenführung von Schulassistenz und Schulbegleitung zu Poollösungen ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihren Bedürfnissen gleichermaßen Zugang zur Unterstützung erhalten. Auch die Stärkung der Multiprofessionalität durch regionale Fortbildungsangebote ist von großer Bedeutung, um sicherzustellen, dass Lehrkräfte und unterstützendes Personal über die notwendigen Kompetenzen verfügen, um die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern. (Birte Pauls [SPD]: Ihr unterstützt ja nicht einmal die Lehrkräfte!) Die Unterstützung inklusiver Angebote in der Ganztagsbetreuung sind weitere wichtige Schritte auf unserem Weg hin zu einer inklusiven Bildungslandschaft. Wir haben nachher auch noch eine Debatte zum Ganztag. Das ist natürlich das zentrale Projekt, das wir gerade an den Grundschulen haben. Natürlich müssen wir die Inklusion mitdenken. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass Lehrkräfte über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um die digitalen Medien für zusätzliche Teilhabemöglichkeiten einzusetzen. Durch Qualifizierung und Professionalisierung können wir sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler die bestmögliche Bildung erhalten. – Ich hoffe, es hat Sie zufriedengestellt – (Malte Krüger) Frau Raudies ist jetzt gar nicht da –, dass ich hier auch die Schülerinnen und Schüler erwähne. Die enge Vernetzung der Beratungsangebote im Bereich berufliche Rehabilitation ist ein weiterer wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderung gleiche Chancen auf eine berufliche Qualifizierung haben. Schließlich ist die Stärkung der Elternmitwirkung – Frau Ministerin hat darauf auch hingewiesen – an unseren Schulen von entscheidender Bedeutung. Eltern spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung einer inklusiven Bildungslandschaft. Es ist wichtig, dass ihre Stimmen gehört werden. Eine gute Kombination aus guter Personalausstattung durch die Förderzentren und dem Ziel der Inklusion bringen wir im Modell der Campusklassen zusammen. Was sind eigentlich Campusklassen? – Ich glaube, das ist die Frage, die ich als Abgeordneter am meisten höre. Dazu zitiere ich die Antwort des Bildungsministeriums auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Habersaat: „Aktuell lernen in Campusklassen in der Regel Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in einer Lerngruppe an der allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schule unter Begleitung einer zuständigen Lehrkraft des Förderzentrums in ausgewählten Fächern gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schule.“ Besser hätte ich das, ehrlich gesagt, nicht selbst zusammenfassen können, deshalb dachte ich, ich zitiere es hier einfach einmal. Dann hat sich die Frage hoffentlich in der Zukunft auch erledigt. Uns Grünen ist wichtig, dass wir bei der Qualität vorankommen, dass wir aber die Quantität bei der Inklusion nicht aus dem Blick verlieren. Zum Schluss möchte ich den Schulen, Förderzentren und allen Menschen, die dafür jeden Tag kämpfen, Inklusion an den Schulen zu leben, danken. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU)
