Dr. Hermann Junghans
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Kollegen! Als jemand, der einmal in Geldgeschichte promoviert worden ist, habe ich gleich in doppelter Hinsicht den Anlass, mich zu Wort zu melden. Ich fand nämlich das Beispiel vom Schaden am Dach, wohlgemerkt nicht Dachschaden, ganz interessant, weil es tatsächlich – richtig aufbereitet – einiges gut veranschaulicht. Wenn es Ihnen tatsächlich passiert, dass Sie einen Schaden am Dach haben, es reinregnet und ein Folgeschaden droht, dann wäre es natürlich ideal, wenn Sie etwa 10.000 Euro in Reserve hätten. Das haben Staaten nicht. Selbst seit längerer Zeit bürgerlich regierte Staaten haben das nicht wie im Idealfall. Also müssen sie zur Bank gehen. Wenn Sie aber zur Bank gehen und sagen: Ich brauche 10.000 Euro, dann wird man sich dort angucken, ob Sie dort möglicherweise schon Kredite aufgenommen haben. Wenn Sie für ein Haus, das vielleicht 400.000 Euro wert ist, schon 350.000 Euro aufgenommen haben, dann kann es Ihnen passieren, dass die Bank sagt: Sie kriegen von uns kein zusätzliches Geld. Wenn Sie ein Grenzfall sind und tatsächlich Geld kriegen, dann kriegen Sie es mit Risikoaufschlägen, das heißt mit höheren Zinssätzen. Das passiert natürlich dann, wenn man völlig überschuldet ist, wenn man versucht, jede Geldausgabe als Investition darzustellen. Dann kommt man sehr schnell dazu, dass man nicht mehr billiges, preiswertes Geld bekommt.
