Thomas Hölck
Nur der HSV!) Erstaunlicherweise gab es viele Punkte, die auf die aktuellen Rahmenbedingungen unserer Hochschulen übertragbar sind und deswegen einen unmittelbaren Einfluss auf ein mögliches erfolgreiches Spielen unserer Hochschulen haben. Erstens, finanzielle Stabilität: Ein solider finanzieller Hintergrund ist entscheidend, um qualitativ hochwertige Spieler_innen zu verpflichten, Wettbewerbsfähigkeit zu entfalten und Infrastruktur zu verbessern. Gucken wir doch mal, was der aktuelle Bericht des Wissenschaftsrates dazu sagt: Trotz der lobenswerten Forschungsqualität entspricht die Grundfinanzierung nicht den ambitionierten Zielen der Hochschulen. – Wir wissen aber, dass eine angemessene Finanzierung es den Hochschulen ermöglicht, innovative Forschungsprojekte zu initiieren und aufrechtzuerhalten. Dies trägt nicht nur zum wissenschaftlichen Fortschritt bei, sondern auch zur Attraktivität der Hochschulen für talentierte Forscher_innen. Zudem sind finanzielle Mittel erforderlich, um eine zeitgemäße Ausstattung von Hörsälen, Laboren und Bibliotheken sicherzustellen. Dies trägt zur Verbesserung der Lehrqualität und zur Schaffung einer anregenden Lernumgebung bei. (Beifall SPD und Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Zweitens, eine erstklassige Spielstätte: Ein modernes Stadion mit angemessener Kapazität, guten Sitzplätzen und Infrastruktur ist wichtig, um Fans anzuziehen und Einnahmen zu generieren. Ich komme wieder auf das Urteil des Wissenschaftsrates zurück. Laut diesem muss der Hochschulbau endlich einen höheren Stellenwert erhalten. Die Rolle der Hochschulen bei Planung und Durchführung baulicher Maßnahmen muss also zukünftig aufgewertet werden. (Sophia Schiebe) Anstelle als Landesregierung weiterhin planlos zu agieren, wäre jetzt für uns der richtige Zeitpunkt, um die Bedarfe im Rahmen einer strategischen Bauentwicklungsplanung zu ermitteln und sie mit finanziellen Mitteln zu unterlegen. Wir brauchen für unsere schleswig-holsteinischen Hochschulen mehr innovative Raumkonzepte und ausreichend Flächen, um Transfer- und Gründungsvorhaben zu unterstützen. (Beifall SPD) Drittens, professionelles Management: Ein gut geführter Verein mit kompetenten Manager_innen und einem klaren strategischen Plan ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. – Tja, hier mache ich es einfach mal kurz: Der Bericht des Wissenschaftsrates stellt eindeutig fest: Seitens des Landes gibt es gar keine Strategie. Wie machen wir nun weiter? – Auch hier gibt es Analogien zum Fußball, denn es braucht viertens: kontinuierliche Verbesserung. (Christopher Vogt [FDP]: Und der VfB Lübeck steht gerade nicht so gut da!) – Ja, darüber reden wir später. Ein Verein muss ständig bestrebt sein, sich zu verbessern, sei es durch Investitionen in die Infrastruktur, die Weiterentwicklung des Spielstils oder die Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, sich mit einer Projektgruppe und mehreren Arbeitsgruppen den Ergebnissen des Wissenschaftsrates zu widmen. Das ist langfristig sicherlich eine gute Herangehensweise: keine Frage, keine Kritik. Doch wie geht es aktuell mit den Hochschulen voran? – Im kommenden Jahr stehen wieder Ziel‑ und Leistungsvereinbarungen an. Hier muss die Landesregierung bereits beweisen, dass sie hoffentlich endlich einen Plan und doch eine Strategie für unsere Hochschulen im Land hat. Sie muss verdeutlichen, dass sie eine Vision für die kommenden fünf Jahre hat und diese mit ausreichend finanziellen Mitteln untermauern. Es reicht also nicht, nur zu clustern und zu ordnen. Parallel zur Auswertung der Ergebnisse des Wissenschaftsrates müssen Prioritäten her, um unsere Hochschulen zukunftsfest zu machen. Es darf nicht wie bei der fehlenden Krankenhausplanung so enden, dass aufgrund von knapper werdenden Investitionen eine kalte Strukturbereinigung vorgenommen wird. (Beifall SPD) Es müssen Fragen geklärt werden: Wie werden unsere Hochschulen bei angehenden Studierenden außerhalb von Schleswig-Holstein beliebter? Wie können wir internationaler werden? Wie schaffen wir es, außeruniversitäre und universitäre Forschung besser zu vernetzen? Welche Rahmenbedingungen müssen wir jetzt schaffen, damit unsere Hochschulen die Aufgaben der Transformation und mehr Gründungen gewährleisten können? Welche Studiengänge brauchen wir, um unser Land zukunftsfähig und vor allem klimaneutral aufzustellen? Wenn wir also wollen, dass unsere Hochschulen in der Champions League oder zumindest um den UEFA-Cup spielen, muss unsere Landesregierung endlich auf dem Platz sein. Kommen Sie also aus der Umkleide heraus, und unterstützen Sie unsere Hochschulen direkt auf der Rasenfläche. (Beifall SPD)
