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Thomas Losse-Müller

SPD 25.01.2024 Sitzungen 20/49

Ich versuche einmal, in eine Frage zwei Teilfragen zu packen. Das eine ist: Wie viel Landeszuschuss planen Sie für diese zwei Gigawatt in der Endausbaustufe ein? Das andere ist: Können Sie mir sagen, wie hoch im Jahr 2040 der Bedarf an Wasserstoff (Andreas Hein) für Industrieanwendungen in Schleswig-Holstein sein wird? Meine Referenzgröße ist die Studie des Fraunhofer-Instituts von vor ein paar Jahren, die schon für 2030 gesagt hat, dass wir 5,5 Gigawatt Kapazität brauchen, also mehr als das Doppelte von dem, was Sie planen. (Zuruf CDU: Glaskugel!) – Richtig. Also: HySCALE100 ist mit einer Finanzierung im sogenannten IPCEI-Projekt ausgestattet worden, einem europäischen Projekt, und von der Europäischen Kommission wurde Fördergeld dafür bereitgestellt. Daraus resultierend muss der Bund einen Teil abnehmen, und daraus wiederum resultierend das Land Schleswig-Holstein. Mein letzter Stand zum insgesamt großen Projekt mit 2,15 Gigawatt ist so, dass das Land Schleswig-Holstein dann in Summe einen Anteil von 193 Millionen Euro, über die Jahre verteilt, übernehmen müsste. – Für die gesamten zwei Gigawatt? – Für die gesamten zwei Gigawatt, genau. – Das überprüfen wir gern noch einmal, weil unser Stand ist, dass es für die ersten 500 Megawatt ist. – Das können Sie herzlich gerne überprüfen. Das ist durch die Gazetten gegangen, auch diese 646 Millionen Euro. Das ist jedenfalls mein Kenntnisstand. Deswegen gebe ich ihn hier gerne wieder. Allerdings – Sie haben ja noch eine zweite Frage gestellt – gibt es zum Wasserstoffbedarf in der Tat unterschiedliche Ansichten, Berechnungen und so weiter: Fraunhofer, Agora und so weiter. Inzwischen ist es so, dass sich der Bedarf an Wasserstoff immer weiter hochkristallisiert. Das muss man wirklich sagen. Sie haben ja kritisiert, dass wir die Wasserstoffnetze nicht haben. Wir haben einmal das große Wasserstoffnetz HyPerLink, das von Skandinavien und Dänemark einmal durch Schleswig-Holstein läuft. Dann gibt es die Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holstein Netz AG, die schon bestimmte Teilnetze dafür identifiziert hat. Es gibt das Wasserstoffkernnetz. Das lässt sich ergooglen, ansonsten kann ich es gern zur Verfügung stellen. Dort sollen Brunsbüttel, Heide und andere zentrale Orte in Schleswig-Holstein angeschlossen werden. Das muss natürlich in Zukunft weiter ausgebaut werden. Es geht einmal darum, die großen Achsen – Kiel gehört dazu – entsprechend anzuschließen. Darum geht es erst einmal. Dann muss man es weiterverfolgen. Ich finde es völlig richtig, so vorzugehen. Wir werden auch dort am Anfang das Henne-Ei-Problem haben. Die Erzeugungskapazitäten auf der einen Seite und die Abnahmekapazitäten auf der anderen Seite in Einklang zu bringen, wird in der Anfangszeit gar nicht so einfach sein. Aber diesen großen Herausforderungen stellen wir uns. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich kann jetzt mit meinen Ausführungen auch aufhören. Mir war es wichtig, einmal darzustellen, wie wir zu dem Projekt stehen. Wenn man ganz ehrlich ist: Wir haben bei diesem ganzen Thema viel Einigkeit. Wir wollen doch eigentlich alle gemeinsam unser Land nach vorn bringen. Lassen Sie uns doch hier hart streiten, das finde ich total cool. Ich streite mich super gern mit Ihnen, am liebsten mit dem Kollegen Buchholz, das macht am meisten Spaß. Ich möchte aber, dass wir uns am Ende des Tages unterhaken und diese riesigen Möglichkeiten, die wir mit unserer erneuerbaren Energie haben, nutzen: mit unserem Gunststandort Schleswig-Holstein, wo wir noch Flächen zur Verfügung haben, wo wir bestimmte Ressourcen haben. Auch die Ressource Wasser ist ein riesiges Thema, darüber könnte ich auch einen Vortrag halten. Stellen Sie mich das nächste Mal an, halte ich ihn gerne. Ich freue mich darauf, dass wir zusammen weiter daran arbeiten: an unserem klimaneutralen Industrieland. (Zuruf CDU: Jawohl! – Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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