Peer Knöfler
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Im April 2022 wurde die neue Tourismusstrategie vorgestellt. Zur Umsetzung der Tourismusstrategie 2030 wurden zehn Handlungsfelder benannt. Jedes dieser Handlungsfelder ist mit Leitprojekten hinterlegt worden. Die konkret umzusetzenden Maßnahmen werden sich deshalb stetig in den kommenden Jahren ergeben. Deshalb ist ein gut aufgestelltes Umsetzungsmanagement wichtig und einzurichten. Im Rahmen des Interimsmanagements hat der Steuerungskreis vier priorisierte Handlungsfelder – Marketing, Strukturen und Kooperationen, Mitarbeitergewinnung und ‑bindung sowie Tourismusbewusstsein und ‑akzeptanz – festgelegt. Es finden bereits Aktivitäten in allen Handlungsfeldern und entsprechend auch in den begonnenen Leitprojekten statt. Ein paar Beispiele. Im Marketing fallen die Aufgaben in den Bereich der TA.SH und werden bereits bearbeitet. Aktuell wird an einer touristischen Landesdatenbank gearbeitet. Bereits in Planung ist die Anbindung an den Knowledge Graph der Deutschen Zentrale für Tourismus. Beauftragt ist die Aktualisierung des Eckpunktepapiers aus dem Jahr 2016, die die Aufgabenaufteilung zwischen TMO und TA.SH konkretisiert. Das Handlungsfeld 2, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit, startet 2024. Im Handlungsfeld 3, Infrastruktur, wird bereits am Leitprojekt 1, Qualitätsradwege, gearbeitet. Im ersten Schritt wurden Qualitätsstandards festgelegt – das ist immer so – und veröffentlicht. Als Pilot soll der Radfernweg Ochsenweg zur ersten Qualitätsradroute Schleswig-Holsteins entwickelt werden. Eine Koordinierungsstelle Radtourismus beim RAD.SH e.V. wurde geschaffen. Alle Radfernwege zur Analyse und Bewertung des Zustandes wurden befahren, um Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung der radtouristischen Infrastruktur erarbeiten zu können. Die Maßnahme ländlicher Tourismus, insbesondere die Modernisierung von lokalen Radrouten inklusive der begleitenden Infrastruktur, wird gefördert. Im Handlungsfeld 4, Mobilität, sind bereits mehrere Leitprojekte in Bearbeitung. Die nachhaltige Mobi- (Peer Knöfler) lität wird federführend durch den TVSH bearbeitet. Das MWVATT hat hier dem TVSH eine Förderung für das Projekt „Potenzialanalyse für den On-Demand-Verkehr im touristischen Kontext in der Lübecker Bucht“ bewilligt. Im Fokus des Projektes steht die Optimierung der touristischen Mobilität vor Ort, insbesondere der letzten Meile. Dazu fand Ende November letzten Jahres bereits der Kick-Off statt. Im Rahmen des Handlungsfeldes 5 hat aus aktuellem Anlass die Gesamtstrategie Ostseeküste 2100 hohe Priorität – und das ist auch gut so, wie wir im Oktober 2023 erfahren konnten. Die Umsetzung der eigentlichen Leitprojekte des Handlungsfeldes erfolgt im Anschluss. Im Handlungsfeld 6, Strukturen und Kooperationen, sind hauptsächlich Leitprojekte zur Schaffung von Grundlagen im touristischen System zu finden. Ein großes Thema hier ist das Umsetzungsmanagement, das den operativen Kern der Strategie bildet. Bereits in Arbeit ist das Leitprojekt Aufgabenprofile. Im Handlungsfeld 7, Binnenlandtourismus, wurden bereits Kriterien für das Leitprojekt 1, Schwerpunktregion, mit den Binnenlandakteurinnen und ‑akteuren abgestimmt. Zur Stärkung des Binnenlandtourismus wird derzeit eine territoriale Entwicklungsstrategie für den Binnenlandtourismus erarbeitet. Im Handlungsfeld 8, Mitarbeitergewinnung und ‑bindung, wird im Rahmen der FI.SH kontinuierlich mit verschiedenen Akteuren – wie der IHK und der BA – zusammengearbeitet. Im Handlungsfeld 9, Tourismusbewusstsein und ‑akzeptanz, wurden bereits im Jahr 2022 der Leitfaden „Tourismus im Einklang mit den Einheimischen vor Ort möglich machen“ erstellt und Maßnahmen zur Förderung der touristischen Akzeptanz von der Fachhochschule Westküste veröffentlicht. Ein weiterer Leitfaden zum Akzeptanzcluster der einheimischen Bevölkerung Schleswig-Holsteins wird fertiggestellt. Im wichtigen Handlungsfeld Förderung und Finanzierung bleiben die Förderinstrumente des Landes bestehen. Als neues Förderinstrument wird gerade eine fürs Binnenland konzipierte Fördermöglichkeit für nachhaltig integrierte Entwicklung des Tourismus in strukturschwachen Regionen SchleswigHolsteins entwickelt. Neu ausgerichtet wurden auch die Förderungen des ländlichen Tourismus im ELER. Die Förderungen fokussieren nun auf die Modernisierung lokaler Radrouten inklusive der begleitenden Infrastruktur und auf die Gestaltung von touristischen Ankommenspunkten sowie von Besucherlenkung, wie wir das auch an der Ostseeküste schon kennen, und Informationselementen. Die neue Förderrichtlinie ist bereits letztes Jahr im Oktober in Kraft getreten. Wie Sie alle sehen, ist vieles auf einem guten Weg. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
