Dr. Ulrike Täck
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Auch wenn Schweden zehn neue Atomkraftwerke baut, ist Northvolt zu uns gekommen, weil wir genügend erneuerbare Energien haben. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Angebot an erneuerbaren Energien ist für die Wirtschaft und die nachhaltige Produktion ihrer Produkte sehr wichtig. Wer würde denn nicht mindestens die Stirn runzeln, wenn auf dem Auto stehen würde: „Produziert mit Atomstrom“? Der 2011 beschlossene Ausstieg aus der Atomkraft darf keinesfalls rückgängig gemacht werden. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt SPD) Wir freuen uns, dass die drei Kraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf zügig zurückgebaut werden. Ich komme jetzt auf ein paar Punkte, die noch über das hinausgehen, was in unserem Antrag steht. Egal ob große Atomkraftwerke oder sogenannte Small Modular Reactors, sie haben eines gemeinsam: Sie hinterlassen einen der gefährlichsten Abfälle, den die Menschen je erschaffen haben. Wer davon träumt, dass die sogenannten SMRs die Lösung der Energieproduktion der Zukunft sind, ist schiefgewickelt und möge bitte in den Forschungsbericht „Sicherheitstechnische Analyse und Risikobewertung einer Anwendung von Small Modular Reactors (SMR)“ des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hineinschauen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und SSW) Ich möchte das sagen, weil ich weiß, dass es Menschen in diesem Saal gibt, die damit liebäugeln. Da man von diesen kleinen Reaktoren mehr in der Anzahl braucht, ändert sich an der Menge des Atommülls praktisch nichts. Das Eintrittsrisiko eines verheerenden Unfalls ist sogar größer. Wer sonst davon träumt, nukleare Brennstäbe zu recyceln, ist doppelt schiefgewickelt, denn bei der heute einzig denkbaren Technik der Transmutation mittels Beschleuniger entstehen neue, mittelradioaktive und zusätzlich hochgiftige Stoffe. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt SPD) Der jetzt schon existierende hoch radioaktive Müll ist aber da. Den kriegen wir nicht einfach weg. Deshalb stellen wir uns der Herausforderung der Endlagersuche. Das ist eine Verantwortung, die wir nicht weiter und weiter vererben dürfen. Deshalb lasst uns nach vorne schauen. Ich möchte mich hier wirklich kurz fassen. Lasst uns nach vorne schauen! Die erneuerbaren Energien bieten so viele Chancen. Da sei ganz vorneweg gesagt, dass die Bürgerinnen und Bürger daran beteiligt werden können. Sie können den Strom sogar selbst produzieren. Das versuchen Sie einmal mit Atomkraft! (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, vereinzelt CDU und Beifall Jette WaldingerThiering [SSW]) (Dr. Ulrike Täck) Ganz im Gegenteil! (Unruhe) – Natürlich hat ein kleiner Reaktor im Vorgarten etwas Charmantes, nicht wahr? – Ganz im Gegenteil! Atomkraft sorgt für noch mehr Abhängigkeiten, denn man muss einmal überlegen, wo das Uran denn noch herkommt. Themen rund um Verfügbarkeit und Stabilität der Energieversorgung können schon heute mit relativ einfachen Technologien gelöst werden. Also, lasst uns die erneuerbaren Energien vorantreiben, für eine nachhaltige Wirtschaft, für unsere Bürgerinnen und Bürger und für alle folgenden Generationen! – Ich bitte Sie, unserem Antrag zuzustimmen und danke Ihnen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und SPD)
