Sophia Schiebe
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Deckmann, ich hoffe, auch die Zeit in Ihrem Studierendenwohnheim war vernünftiges Wohnen und es war vorhin nur ein Versprecher. Sonst würde ich Sie gerne darum bitten, dem Studierendenwerk noch etwas mehr Geld zuzuschustern, damit auch dort vernünftiges Wohnen möglich ist. (Michel Deckmann [CDU]: Ich habe doch gesagt: Waren gute Zeiten!) Mir ist ganz wichtig klarzustellen, warum es gerade für Auszubildende, Studierende, aber auch Freiwilligendienstleistende wichtig ist, besonderen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, denn sie befinden sich in einer Phase in ihrem Leben, in dem die finanziellen Ressourcen einfach sehr begrenzt sind. Unser Anliegen ist es, dass sie sich während ihrer Ausbildung oder ihres Studiums komplett darauf konzentrieren können und sich nicht darauf konzentrieren müssen, wie sie ihre nächste Miete bezahlen können. (Beifall SPD und Dr. Bernd Buchholz [FDP]) Ein weiterer Unterschied, das hat Herr Harms eben ein wenig angedeutet, ist, dass Studierende und Auszubildende meist gezwungen sind, in städtischen Zentren zu leben, weil dort die Bildungseinrichtungen und Ausbildungsstätten sind. Gerade in diesen Regionen brauchen wir so ein besonderes Programm. Deswegen ist es gut, dass der Bund dieses Programm aufgelegt hat. Mir ist viel zu kurz gekommen, dass es dazu beiträgt, Bildungschancen zu ermöglichen. Wir können uns nicht erlauben, dass der Wohnort darüber entscheidet, ob und wo ich eine Ausbildung oder ein Studium aufnehme. (Unruhe – Glocke Präsidentin) Ich finde es sehr traurig, dass wir nicht nur eine der schlechtesten Wohnheimquoten haben, sondern diese in den vergangenen Jahren sogar noch schlechter geworden ist. Als ich damals AStA-Vorsitzende war, waren wir bei über sechs Prozent. Jetzt sind wir bei fünf Prozent, und das ist wirklich sehr traurig. Besonders spannend finde ich, dass gesagt wurde: Man kann es noch gar nicht so umsetzen. – Ich habe in Lübeck schon mehrere Anrufe bekommen, weil meine Wohnungsgesellschaft gefragt hat, wann endlich die Förderrichtlinie da ist. Die würden nämlich gern anfangen. Meines Erachtens – ich bin keine wohnraumpolitische Sprecherin – ist das Aufgabe des Landes. (Michel Deckmann [CDU]: Die ist schon da! Seit einem Jahr!) Ich wünsche mir, dass Sie da ein bisschen vorankommen, damit wir es endlich schaffen, für Auszubildende und Studierende mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. (Beifall SPD und Dr. Bernd Buchholz [FDP])
