Claus Ruhe Madsen
Mange tak, fru præsident! – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Im Landesweiten Nahverkehrsplan von 2021 steht: „Neben dem Standort ZOB könnten rund um Flensburg weitere Bahnhöfe reaktiviert werden. Der Bahnhof Flensburg-Weiche würde wiedereröffnet und Halt für alle Regionalund Fernzüge werden können. Der Bahnhof hätte damit die Funktion eines zentralen Fernbahnhofs für die deutsch-dänische Grenzregion.“ Und das ist immer noch unser Standpunkt. Auch die NAH.SH regt seit langer Zeit an, den Bahnhof in Flensburg in die Innenstadt zu verlegen (Minister Claus Ruhe Madsen) und damit auch weitere Haltestellen an der Strecke Flensburg–Kiel anzubinden, unter anderem Flensburg-Weiche. Ein Gutachten von 2016 unterstützt diese Haltung. Bisher hat sich die Kommunalpolitik in Flensburg aber immer gegen solche Bahnhofsprojekte gewehrt. Das Blatt hat sich erst im letzten Jahr mit dem neuen Oberbürgermeister gewendet. Im November 2023 hat die Flensburger Ratsversammlung beschlossen, dass sie Flensburg-Weiche als neuen Fernhalt befürwortet. „Fernhalt“ ist auch ein gutes Stichwort. Für den Fernverkehr brauchen wir die Deutsche Bahn an Bord. Sie ist bisher eher zurückhaltend und verweist zum einen darauf, dass große Teile des Fernverkehrs nach Dänemark in Zukunft über die Fehmarnbeltquerung führen werden und nicht über Flensburg. Zum anderen sieht die DB erst noch Hausaufgaben bei der Stadt Flensburg und bei uns beziehungsweise der NAH.SH. Die Anbindung an den übrigen ÖPNV und die Zukunft des Flensburger Hauptbahnhofs müssen geklärt werden. Wir haben schon erste Gespräche mit der NAH.SH geführt, was nötig und möglich wäre. Der jetzige Spurplan des Bahnhofs Flensburg-Weiche ermöglicht es nur, einen neuen Bahnsteig am direkten Verbindungsgleis nach Dänemark zu bauen. So oder so müssten die Trassen geändert werden. Wenn wir auch Regionalverkehre wieder in Flensburg-Weiche halten lassen wollten, müsste dafür auch der Nahverkehrsbahnsteig reaktiviert werden. In puncto Barrierefreiheit könnte es dabei Schwierigkeiten geben, da der Platz dort beschränkt ist. Es wäre auch denkbar, dass Fern- und Nahverkehrszüge an einem Bahnsteig halten. Dafür wären umfangreiche Infrastrukturanpassungen erforderlich. Außerdem hätte ein zusätzlicher Halt in Weiche natürlich Auswirkungen auf die Taktung des RE 7 und damit auf die Umstiegszeiten in Flensburg und Tinglev. Auch das muss berücksichtigt werden. Wir werden weiterhin das Gespräch mit der DB, der NAH.SH und der Stadt Flensburg suchen. Fakt ist aber auch: Zuerst muss die Deutsche Bahn ihre Bereitschaft erklären, sonst brauchen wir uns über Regionalhalte, Finanzierung oder barrierefreie Bahnsteige ehrlicherweise noch keine Gedanken zu machen. Der Beschluss der Flensburger Ratsversammlung war ein wichtiger Schritt in eine neue Richtung. Wir werden das Thema mit Nachdruck weiterverfolgen. – Vielen Dank. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW)
