Sybilla Nitsch
Ich habe mich noch einmal gemeldet, weil hier ziemlich viele Punkte vermengt worden sind. Wenn wir von Metropolen sprechen und dem Faktum, dass es heißt: „Jetzt wollen wir halt den Fehmarnbeltkorridor und die Verkehre von Hamburg nach Kopenhagen durchziehen“ – supergut, aber dann kennt man sich in Dänemark nicht so gut aus. Man staune: In Dänemark gibt es noch andere Metropolen. Der Jyllandskorridor ist auch ein Metropolkorridor. Zum Beispiel liegt das industrielle Zentrum Dänemarks in der Trekantregion um Vejle, Fredericia und Kolding. Dann geht es weiter nach Aarhus und nach Aalborg. Das heißt, wir können nicht davon sprechen, dass der Jyllandskorridor den Regionalverkehr im Flensburger Großraum „so ein bisschen“ bedient, sondern: Das ist ein internationaler Korridor. Dadurch gehen zum Beispiel auch die Verkehre hoch nach Norwegen, bei denen es überhaupt nicht dienlich wäre, wenn sie über den Fehmarnbeltkorridor gingen und dann irgendwie weit über Schweden umgeleitet werden müssten. Wenn man sich das Korridorsystem anguckt, sieht man nämlich sehr schnell, dass dieser Jyllandskorridor als internationaler Korridor sehr wichtig ist. Dementsprechend ist er natürlich wichtig, um unser Grenzland anzubinden. Dann ging es darum: Lasst uns doch die Innenstadtlösung angucken! – Mir ist das sehr bewusst – ich habe zehn Jahre in der Kreistagspolitik von Schleswig-Flensburg und Nordfriesland verbracht –, da ist nämlich der Knackpunkt: Es geht nicht nur um Flensburg, es geht um den ganzen Landesteil. Es ist so – wenn wir jetzt mit Anekdoten anfangen –: Ich habe viele Jahre in Eggebek gelebt. Wenn ich den Fernverkehr nutzen wollte, konnte ich nicht in Eggebek einsteigen. Da musste ich nach Flensburg fahren, und in Flensburg ist die Situation so: Da gibt es keine Parkplätze. Was machen also viele Leute aus dem Umland? – Leider Gottes fahren sie nach Tinglev und stellen ihr Auto da ab, würnschten sich aber, dass sie einen Fernhalt in Weiche hätten, wo sie sehr bequem hinkommen könnten. Eine andere Sache, die die Flensburger Stadtpolitik mit dieser Initiative deutlich macht – da hätten Sie, Herr Buchholz, vielleicht einmal die Beschlussvorlage der Ratsversammlung lesen sollen –, ist nämlich, dass das hier als ein erster konstruktiver Schritt gesehen wird, um Flensburg wieder eine Mobilitätslösung zu geben. Natürlich wollen wir uns die Sachen im LNVP anschauen. Wir müssen aber auch ganz deutlich sagen, dass einige Protagonisten, die bisher zum Beispiel in der letzten Wahlperiode einige Konzepte federführend auf die Bahn gebracht haben, nicht mehr dabei sind. Dass diese Protagonisten nicht mehr dabei sind – ich habe gehört, da ist eine sehr sympathische Fraktion die stärkste Fraktion geworden –, gibt die Chance und den Anlass, dass wir hier mit neuen Mehrheiten im Flensburger Stadtrat anders planen. In der Flensburger Vorlage – das ist mein letzter Satz –, geht es nämlich auch darum, dass wir uns natürlich im nächsten Schritt ein ÖPNV-Konzept angucken und uns darum bemühen, Park-and-rideMöglichkeiten und zum Beispiel auch Bike-and-ride-Möglichkeiten zu schaffen. Von daher ist das hier nicht der zweite Schritt vor dem ersten, sondern ein neuer erster Schritt. Ich werbe dafür, dass wir uns das konstruktiv angucken und finde es einen guten Ansatz, dass wir das in den Ausschuss überweisen. Da haben wir auch die Möglichkeit, unsere dänischen Partner anzuhören, wie Dansk Industrie oder die Region Sønderjylland-Schleswig. – Vielen Dank. (Beifall SSW)
