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Sybilla Nitsch

SSW 14.12.2023 Sitzungen 20/46

Det er mig en glæde, kære fru landdagspræsident, kære alle! Der 9. Dezember, ein Adventssamstag in Flensburg, der drittgrößten Stadt Schleswig-Holsteins, das Oberzentrum in der deutsch-dänischen Region Sønderjylland-Slesvig, eine Region mit circa 700.000 Einwohnern. Es herrscht Gedränge am Bahnsteig, um den buchstäblich letzten Fernverkehrszug nach Dänemark zu bekommen oder ihm als Politiker traurig „Farvel“ zu winken. Es gilt ein neuer Fahrplan, die Prioritäten für den Fernverkehr nach Dänemark haben sich geändert. Am nächsten Tag titelt eine Zeitung: „Vink og gravøl”. Sprechen wir hier von schwarzem Humor? Ins Deutsche übersetzt bedeutet „gravøl“ Leichenschmaus. Ist das zu zynisch? – Ich denke, keinesfalls. Denn der neue Fahrplan sieht keine Fernverbindungen von Flensburg nach Dänemark beziehungsweise Skandinavien vor. Möchte man gen Norden, ist spätestens in Fredericia, gen Süden spätestens in Hamburg ein Umstieg notwendig. Die Problematik mit dem nicht grenzkompatiblen Zugmaterial, das Dänemark bestellt hat, ist leider bekannt, und auch die Lösung mit der Verlängerung des RE 7. Diese Sequenz ist nicht aus den 90er-Jahren, als im Zuge der Privatisierung der Bahn und den daraus folgenden Einsparungen der ehemals umweltfreundliche und sozialverträgliche Verkehrsträger aufs Abstellgleis geriet. Nein, diese Sequenz hat sich tatsächlich am vergangenen Wochenende in Flensburg abgespielt, im Jahr 2023, in dem in aller Munde ist, dass wir auf die Klimaneutralität zusteuern wollen, ein Ausbau- und Modernisierungspakt für die Schiene angekündigt wird und bei uns allen das Ziel eines zukunftsweisenden SPNV und ÖPNV an höchster Stelle steht, um nämlich mit einem gut ausgebauten Netz die Menschen, aber auch die Güter auf die Schiene zu bekommen. Es ist fast nicht zu glauben: Auch das deutsch-dänische Grenzland möchte auf die Schiene und nicht abgehängt werden. Der Werbeblock für Zugfahrten von und nach Flensburg braucht aber mittlerweile leider ausgeklügelte Marketingstrategien, damit das noch als attraktiv betrachtet werden kann. Zahlreiche internationale Verbindungen passieren den Jyllandskorridor, halten aber nicht in Flensburg. Die Deutsche Bahn argumentiert sehr gern mit der sogenannten Flensburger Schleife, die einen Umweg zum Bahnhof in Flensburg bedeutet. An den Richtungsgleisen der Nord-Süd-Achse bei Flensburg-Weiche ist die Infrastruktur allerdings nicht vorhanden, um einen Fernhalt einrichten zu können. Deswegen wollen wir mit unserer Initiative Abhilfe und eine effektive und schnelle Möglichkeit schaffen, um die Region wieder an nationale und internationale Schienenverkehre anzubinden. (Beifall SSW, Rixa Kleinschmit [CDU] und Uta Wentzel [CDU]) Die Errichtung eines zusätzlichen Bahnsteiges am Bahnhof Flensburg-Weiche würde dazu beitragen, die bahnbetriebliche Attraktivität des Knotenpunktes zu stärken. Experten haben die Anlagen vor Ort betrachtet und sind zu der vorläufigen Bewertung gekommen, dass die Kosten, aber auch die technische Durchführung relativ gering beziehungsweise einfach wären. Auch die NAH.SH hat bereits Gespräche vor Ort geführt und sieht das Vorhaben als sehr realistisch an. Die Flensburger Stadtpolitik hat mit einer großen Mehrheit, getragen durch SSW, CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP, einen glasklaren Beschluss gefasst, der mit einem Ausbau (Sybilla Nitsch) Weiches am Hauptgleis nach Dänemark auf dem internationalen Jyllandskorridor die Weichen für die Zukunft des Bahnverkehres im Großraum Flensburg stellen will. Ich bin als ehemalige Schleswig-Flensburgerin schlichtweg begeistert, denn da spielt das Thema auch eine sehr große Rolle. Auf dieses Signal haben die Landespolitik und die Aufgabenträger lange gewartet, um nämlich für Flensburg und die deutschdänische Grenzregion eine echte Mobilitätswende erreichen zu können. Ich weiß: Die Vorgespräche haben ergeben, dass es dort eher eine kritische Sicht gibt. Aber das kennen wir ja: Wir wollen erst einmal prüfen, und dann wollen wir erst mal sehen. Ausgerechnet die Grünen, die ja so oft die Themen der Verkehrswende alleine für sich verbuchen wollen, teilen mir mit, sie wollen erst mal prüfen, ob das Fahrgastpotenzial überhaupt da wäre. Das ist für mich ein echtes Rätsel. Wenn wir bis 2030 warten, bis der Fehmarnbeltkorridor fertig ist und dann mal gucken, was sich auf dem Jyllandskorridor ergibt, dann – das kann ich Ihnen in aller Deutlichkeit sagen, liebe Kolleginnen und Kollegen – ist der Zug für Flensburg abgefahren. (Christian Dirschauer [SSW]: So ist es!) Lassen Sie uns also hier ein echtes Projekt für den Bahnverkehr in der deutsch-dänischen Grenzregion setzen, für attraktive Fernverbindungen nach und von Skandinavien. Wir wollen eine Grenzregion anbinden und nicht abhängen. Wenn ein zusätzlicher Bahnsteig in Weiche dann mal eröffnet wird, winken wir den Fahrgästen willkommen, und es wird nicht getrauert, sondern gefeiert. – Mange tak. (Beifall SSW)

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