Nelly Waldeck
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleg_innen! Wer in den letzten Jahren mit der Fähre von Wischhafen nach Glückstadt gefahren ist, der kennt die Probleme nur zu gut. Nur mit dem Fahrrad entkommt man eigentlich dem ellenlangen Stau, der sich bis zur Kreuzung mitten in Glückstadt hinzieht, und ich glaube, das ist für die meisten, die die Strecke benutzen, keine Option. Etwas zu viel Schlick am Anleger, und plötzlich beträgt die Wartezeit zwei Stunden oder sogar mehr. Darunter leiden Pendler_innen, Lkw-Fahrer_innen und viele Menschen in Glückstadt, die das Verkehrschaos vor der Haustür haben. Es ist klar, diese Situation kann niemanden zufriedenstellen. Das Fährunternehmen FRS will das verbessern – neue Fähren mit einem besonderen Schiffbau, der der Verschlickung besser standhält, und eine Verschiebung des Anlegers, um nicht mehr die Rhinplate umfahren zu müssen. Dann sind da noch klimaneutraler Antrieb und eine deutlich größere Kapazität auf den Fähren, sodass faktisch eine Fahrt ohne Stau möglich sein könnte. Das klingt eigentlich zu gut, um wahr zu sein. Hinzu kommt eine Kapazität von plus 600 Prozent, habe ich sogar gehört. Das Konzept liegt bereits seit über einem Jahr vor, aber so hohe Investitionskosten brauchen eine langfristige finanzielle Sicherheit. Das ist absolut nachvollziehbar, denn gerade diese schlickgerechten Fähren, die extra gebaut werden sollen, sind kein Kassenschlager, den es überall zu kaufen gibt, sondern sie sind eine Sonderanfertigung für die verschlickte Elbe. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Beate Raudies [SPD]: Mit E-Antrieb!) – Mit E-Antrieb, das habe ich gesagt, klimaneutraler Antrieb. – Deswegen ist es gut nachvollziehbar, die Investitionskosten absichern zu wollen. Gleichzeitig ist die Verbindung Glückstadt–Wischhafen nicht die einzige Chance auf eine Elbfähre, und sich über die finanzielle Unterstützung dieser einen Fähre Gedanken zu machen, weckt natürlich auch Begehrlichkeiten in anderen Regionen. Es wäre falsch, eine Fähre zu unterstützen und den anderen die (Nelly Waldeck) gleiche finanzielle Unterstützung nicht zuzusichern, die diese ja auch sehr laut fordern. (Beate Raudies [SPD]: Deswegen macht man gar nichts!) Auch der Nachbarort Brunsbüttel steht beispielsweise vor einer herausfordernden Situation bezüglich der Fährverbindung, trotz deutlich besserer Straßenanbindung und mehr Kundschaft vor Ort. Die Situation der Fähre Glückstadt–Wischhafen unterscheidet sich von den anderen Fähren in einem Aspekt: Der Grund für die fehlende Investitionssicherheit ist der Bau der A 20 beziehungsweise der festen Elbquerung im Rahmen der A 20. Würde diese nicht gebaut, hätte die FRS langfristige Planungssicherheit, und hier verhindert die A 20 die schnelle wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –
