Lasse Petersdotter
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Vorweg, weil die SPD gerade Armutszeugnisse verteilt hat: Also ich habe es geschafft, während des Arguments bis zum Ende Ihrer Rede nicht nur Informationen der Landesregierung darüber zu finden, wo man alle Voraussetzungen für den Quereinstieg finden kann, sondern auch darüber, was man am besten in die Bewerbung reinschreibt und auch Informationen über die Pädiko -Akademie, bei der ich mich bewerben kann und an der die Ausbildung stattfindet. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Aber das ist ein Symbol dafür, wie Sie Armutszeugnisse verteilen. Wir haben ein Problem in der Kitapolitik, das nicht allein in Schleswig-Holstein besteht. Schauen wir uns doch bundesweit die Landkarte an: Überall haben wir ein Delta zwischen der Betreuungsquote und dem Bedarf. Dort, wo das Delta besonders gering ist, lohnt es sich sehr, einmal auf die Qualität zu gucken, die in den jeweiligen Ländern dann gewährleistet wird. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich betrachte einmal das Saarland als Modellversuch der Sozialdemokratie, in dem man allein regiert. Das Saarland hat eine Betreuungsquote von 89 Prozent und einen Bedarf von 95 Prozent. Schleswig-Holstein liegt bei einer Betreuungsquote von 89,7 Prozent und einem Bedarf von 97 Prozent. So weit liegt das gar nicht auseinander. (Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Es wurde angesprochen: In Schleswig-Holstein wurden die Kitamittel, der Landesanteil, seit 2017 mehr als verdreifacht. Damals wurde mit 220 Millionen Euro gestartet, heute sind es 700 Millionen Euro. Das gehört in diese Debatte rein, wenn man über Unterfinanzierung spricht und darüber, dass man angeblich nicht genug Geld in ein System reingäben. Trotzdem ist die Debatte kontrovers. Wie denn auch sonst, wann war die Kitadebatte nicht kontrovers? Kollege Garg, ich weiß nicht, ob Sie hier eine andere Erinnerung haben als ich, aber auch die Kitareform, die gut und richtig war und die wir gemeinsam beschlossen haben, war nicht unkontrovers. Natürlich standen wir alle in einer Riesendebatte mit den Verbänden, mit den Kommunen und mit allen Beteiligten. Das ist überhaupt keine Frage. Den Anspruch, dass eine Kitareform oder eine Kitaverbesserung und all das ohne Widerspruch und in einem ruhigen Fahrwasser geschehen wird, den sollten wir alle nicht haben. Nach meiner Auffassung ist das große Dilemma, dass wir einen riesengroßen Fachkräftemangel haben und dass wir durch den Fachkräftemangel in ein Problem kommen, was unsere Qualitätsansprüche angeht. Unsere Reaktion soll natürlich nicht sein, dass wir die Qualität reduzieren und dass wir die Betreuungsmöglichkeiten verschlechtern. Trotzdem müssen wir aber doch diese Herausforderung erkennen. Zu dieser Herausforderung gehört auch, dass alle Bundesländer diese Herausforderung haben und dass wir sie mit Geld allein nicht gelöst bekommen. Man kann sagen, dass wir keine Haushaltsschwierigkeiten haben. (Wortmeldung Dr. Heiner Garg [FDP]) – Vielen Dank. Ich warte erst einmal.
