Sophia Schiebe
Meine sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mein sehr geschätzter Kollege Martin Habersaat hat gestern bei der Debatte zur Bildungspolitik das Bild der Nebelkerzenpolitik gebracht. Dieses Bild passt hervorragend zur aktuellen Debatte. (Beifall SPD – Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ja, das stimmt!) Es werden hier Überschriften ins Plenum geworfen, und es fehlt an Konzepten und wirklich zu Ende gedachten Schlussfolgerungen. Ich möchte dafür ein paar Beispiele nennen. Die sogenannte Fachkräfte-Stärken-Strategie: Wir fordern schon seit Langem ein Monitoring, damit wir überhaupt wissen, wie viele Fachkräfte fehlen und wie viele Lehrkräfte wir brauchen. Was sagt die Landesregierung dazu? – Nichts. (Catharina Johanna Nies [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Hä?) Darüber hinaus möchte ich noch einmal erwähnen, dass es auch nicht ausreicht, wenn wir nicht ausreichend Lehrkräfte haben – den Beweis dafür haben wir schon, weil in Nordfriesland und Dithmarschen letztes Jahr Klassen nicht stattgefunden haben, weil wir nicht ausreichend Lehrkräfte hatten –, einfach nichts dazu zu sagen, ob man nicht beispielsweise Erzieherinnen und Erzieher für bestimmte Module einsetzen kann. Auch das haben wir wiederholt eingebracht. Die Antwort, ob man das machen möchte oder nicht, blieb wieder einmal aus. Bei den SPA stimme ich Ihnen zu: Es ist total großartig, dass diese jetzt auch Gruppenleitung werden dürfen. Aber damit haben wir nicht eine einzige neue Fachkraft in unseren Kitas. (Beifall SPD und SSW) Auch den Quereinstieg begrüßen wir. Da verbitte ich mir die Behauptung, dass wir das kritisiert hätten. Was wir allerdings kritisiert haben, ist die Umsetzung. Ich möchte dazu berichten, dass mir eine junge Frau – super engagiert – gesagt hat: Ich möchte gern den Quereinstieg machen! Ich habe daraufhin versucht, mich zu informieren, und muss sagen, ich habe kaum Informationen dazu gefunden. Ich musste erst eine Kleine Anfrage auf den Weg bringen, um die Fragen beantworten zu können, damit die junge Frau jetzt einen Quereinstieg anfangen kann. Das ist ein richtiges Armutszeugnis. (Beifall SPD, FDP und SSW) Da auch mir nicht mehr so viel Zeit bleibt, noch zwei Punkte, die beim Quereinstieg bleiben. Punkt 1: Es sind noch nicht einmal ausreichend Schulen anerkannt, die diese Ausbildung anbieten dürfen. Es braucht endlich flächendeckend Schulen, die einen Quereinstieg ermöglichen. Das ist Punkt 1. Punkt 2: Helfende Hände – darüber haben wir viel gestritten. Die Helfenden Hände sind jetzt bei uns im System. Ich finde – gerade auch aus sozialdemokratischer Perspektive –, wir sind es den Helfenden Händen schuldig, ihnen ein Unterstützungssystem zu geben. Auch das fehlt weiterhin. (Werner Kalinka [CDU]: Das ist ja interessant! Also, Lob von allen Seiten für uns!) Wenn es heißt, dass die Qualität gesichert sein soll und durch Helfende Hände nicht abnehmen darf, dann müssen wir doch die Helfenden Hände in ihrem Alltag unterstützen, damit sie gute Arbeit leisten können. Das wäre das Mindeste. (Beifall SPD und SSW – Werner Kalinka [CDU]: Richtig, das machen wir auch!)
