Katja Rathje-Hoffmann
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst einmal herzlichen Dank an die Ministerin für den Bericht, den Sie hier gehalten haben und der sehr aufschlussreich war. Mit der Einführung des Kindertagesförderungsgesetzes in der Vergangenheit ist es uns gelungen, die Qualität zu steigern, die Eltern und auch die Kommunen zu entlasten. Das dürfen wir nicht vergessen. Frühkindliche Bildung und Betreuung spielen für uns eine entscheidende Rolle. Das macht sich vor allem an der Anzahl der Beschäftigten in diesem Bereich ganz deutlich bemerkbar: Zwischen 2011 und 2022 stieg die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich um 75 Prozent. Das heißt, in realen Zahlen sind das 23.200 Fachkräfte im Land. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Laut des Fachkräfteradars für Kitas 2023 der Bertelsmann Stiftung steigt der Fachkräftebedarf in diesem Bereich stetig und ständig. Der Fachkräftemangel – das ist heute noch gar nicht so richtig beleuchtet worden – ist beinah in jeder Kita Realität. Da müssen wir etwas tun. Vor allem im Bereich der U3-Kinderbetreuung sind die Steigerungen am deutlichsten zu bemerken. Laut Bertelsmann-Studie fehlen rund 9.500 Plätze in ganz Schleswig-Holstein. Die Zahlen von Frau Midyatli kann ich nicht nachvollziehen. Obwohl sie gut wären, waren sie ein bisschen zu gering. Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit gehören eben auch dazu. Das bedeutet, dass wir rasch und effektiv etwas unternehmen müssen. Wir müssen also für mehr Fachkräfte und attraktivere Ausbildungs- und Arbeitsplätze sorgen. Deswegen stärkt die Landesregierung die Praxisintegrierte Ausbildung, die sogenannte PiA, im sozialpädagogischen Bereich – für mehr Fachkräfte in den Erziehungsberufen und natürlich bei einer Ausbildungsvergütung. Das ist ein guter Anreiz, denn gerade der Fachkräftemangel ist die größte Herausforderung in unserem Land und auch für unsere Gesellschaft. Erfreulicherweise hat sich hier auch schon eine Menge getan und verbessert. Mit der FachkräfteStärken-Strategie des Landes verbessern wir die Kindertagesbetreuung in unserem Land, und das ist gut für die Kinder, deren Chancengleichheit und natürlich für die frühkindliche Bildung. Deswegen haben wir die Ausbildungskapazitäten deutlich gesteigert und haben landesweit insgesamt an die 4.000 Erzieherinnen und Erzieher inklusive PiA in der Ausbildung. Das kann sich sehen lassen. Das Land stellt zusätzliche Gelder im aktuellen Haushalt zur Verfügung und fördert nun 800 statt 375 PiA-Plätze anteilig. Erstmals werden auch 242 SPA-Stellen als PiA angeboten, damit wir auch diesen Bedarf abdecken können. Das Land stellt dafür dieses Jahr 5 Millionen Euro zur Verfügung, und im kommenden Jahr werden es 10 Millionen Euro sein. Dabei werden wir neue Ausbildungsstellen für pädagogische Lehrkräfte schaffen und weitere Stellen für zusätzliche Lehrkräfte. Für mehr Fachkräfte im frühkindlichen Bereich also 21 zusätzliche Stellen und 14 zusätzliche Klassen, auch im Rahmen der Fachkräfte-StärkenStrategie – für mehr Qualität vor Ort in der Kita für die Kinder und bessere Arbeitsbedingungen für die Fachkräfte. Das ist uns wichtig. Da sind wir an der Stelle mit unseren Ansätzen genau richtig. Durch die anstehende Evaluation werden die tatsächlichen Kosten ermittelt – für mehr Klarheit und um zu wissen, in welcher Höhe weitere finanzielle Mittel erforderlich sind. Für den Kitaausbau stehen mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung, von denen bislang 73 Millionen Euro von den Kommunen abgerufen worden sind. Das Land beteiligt sich weiterhin am Kitaplatzausbau, und das ist auch wichtig. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) (Katja Rathje-Hoffmann) Ich wünsche da den Verantwortlichen in Berkenthin mehr Mut. Zur Landesstrategie gehört auch, dass wir niederschwellige Angebote und Maßnahmen wie zum Beispiel den kurzfristigen Einsatz von Helfenden Händen oder den erleichterten Einstieg für Quereinsteiger für den pädagogischen Bereich mehr fördern. Attraktiver wird es auch für langjährig beschäftigte SPA durch den Aufstieg zur Gruppenleitung. Das ist ein langgehegter Wunsch; den haben wir erfüllt. Das Land stellt 100 zusätzliche FSJStellen zur Verfügung und fördert diese natürlich auch.
