Eka von Kalben
Ich erteile das Wort dem Minister für Verbraucherschutz, Werner Schwarz. Werner Schwarz, Minister für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Im Oktober habe ich bereits ausführlich über die Bildungsoffensive berichtet und Ihnen das Konzept vorgestellt. Danach erfolgten sowohl im Bildungs- als auch im Umwelt- und Agrarausschuss weitere Befassungen. Vielleicht habe ich mich bisher nicht ausreichend ausgedrückt und es nicht ausreichend erläutert, deshalb noch einmal eine klare Einordnung dieser Offensive: Die Bildungsoffensive ist ein sehr wichtiges Kernelement der Umsetzung des Dialogprozess „Zukunft Landwirtschaft in Schleswig-Holstein“. (Zuruf Martin Habersaat [SPD]) Das gesamte Netzwerk der Landwirtschaft, der ländlichen Räume und des Umwelt- und Tierschutzes sieht diese Bildungsoffensive als Schlüssel, unsere Gesellschaft wieder näher an die Zusammenhänge des Themendreiklangs Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz heranzubringen. Die 24 Ergebnisthesen des Dialogs, insbesondere das Thema Wertschöpfung und Wertschätzung, enthalten einen klaren Auftrag für die Entwicklung von Bildungsangeboten mit deutlichem Bezug zu Lebensmitteln, ihrer Erzeugung und zur Ernährung. Sehr geehrte Damen und Herren, die Bildungsoffensive trägt dazu bei, Wissen über die Zusammenhänge moderner landwirtschaftlicher Produktion und den weiteren Weg unserer Lebensmittel in die Gesellschaft zu transportieren. Dabei haben wir den Fokus ganz bewusst auf die Landwirtschaft und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung für alle Verbraucherinnen und Verbraucher gesetzt. Eine zukunftsfähige Landwirtschaft ist der Ausgangspunkt für unsere Ernährung und für Verbraucherschutzaspekte. Die Landwirtschaft ist darüber hinaus der Garant für eine vielfältige Kulturlandschaft und lebendige ländliche Räume. Sie befindet sich in einem stetigen Wandel und geht dabei aktiv neue Herausforderungen an: Tierwohl, klimagerechtes Wirtschaften und Digitalisierung stehen ebenso an wie ein Bewusstsein für die Bedeutung der Ernährungssicherung. Aktuell wird ein konkreter Bildungskatalog erarbeitet. Die BiLEV hat sich zum Ziel gesetzt, Kooperations- und Bildungsformate für junge Menschen zu entwickeln. Bildungsanbieter der Bereiche Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz in Kooperation mit dem Akteursnetzwerk und den Lehrkräften erhalten ein Qualifizierungsangebot für außerschulische Lernorte. So wird die Wertschöpfungskette von Lebensmitteln erfahrbar. Gezielt wenden wir uns an älteren Schülerinnen und Schüler der Sekundärstufen I und II. Wir adressieren also spezifische Themen im Dreiklang von Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz und ordnen diese im Sinne der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ein, damit junge Menschen besser urteils- und handlungskompetent werden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir mit unserer Vorgehensweise bereits weit und breit aufgestellt. Aus diesem Grund wäre aktuell die Aufnahme weiterer Punkte nicht zielführend. Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Abgeordneter Timmer, Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, das die Verbraucherbildung an den Schulen hat. (Martin Habersaat [SPD]: Ist das Landwirtschaftskunde?) Die Themen der Verbraucherbildung werden darüber hinaus durch das Bildungsministerium und in meinem Haus intensiv bearbeitet. Seit dem Jahr 2019 ist Schleswig-Holstein Gastgeber des bundesweiten Runden Tisches Verbraucherbildung. Damals wie heute gibt und gab es ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Programm mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops zu wichtigen Themen des Verbraucherschutzes. Alle zwei Jahre findet ein bundesweiter Runder Tisch Verbraucherbildung statt. Auch dort werden Themen der Verbraucherbildung, wie die Konsumgesellschaft, bearbeitet und unterschiedliche Workshops durchgeführt. Die Workshops beim diesjährigen Runden Tisch haben zentrale Themen des digitalen Verbraucheralltags behandelt: Wo kommt mein Smartphone her? Unter welchen Bedingungen wird es produziert? Wie begegne ich Hate Speech? Sehr geehrte Damen und Herren, auch mein Haus befasst sich also mit verschiedenen Themen der Verbraucherbildung. Die Bildungsoffensive für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz hat allerdings mit diesem Themendreiklang und dem weitgefächerten Akteursnetzwerk ein klar zugeordnetes Alleinstellungsmerkmal. Auf Ihre weitere Unterstützung freue ich mich sehr. – Vielen Dank. (Minister Werner Schwarz) (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
