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Martin Habersaat

SPD 13.12.2023 Sitzungen 20/45

Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Meine Damen und Herren, ich beginne mit einem Zitat: „Das Produkt Milch stellt auf Grund der ernährungsphysiologischen Werte ein gesundes Lebensmittel dar, welches den Menschen eine wichtige Ernährungsgrundlage bietet. Die Milchgewinnung in Schleswig-Holstein erfüllt viele Aspekte des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung und lässt sich beispielhaft auf andere Gesellschaftsbereiche übertragen.“ Diese schönen Sätze finden sich in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von mir und geben ein bisschen den Geist der BiLEV wieder. Ich habe inzwischen ein Alter erreicht, in dem ich feststellen musste, dass Milch für junge Kühe besser geeignet ist als für ältere Menschen. Solche Gedanken finde ich in den Sätzen, die ich vorhin zitiert habe, nicht wieder. In dieser Anfrage habe ich auch gefragt, ob die Schülerinnen und Schüler eingebunden worden sind. Da wird nicht argumentiert, es habe gute Gründe gegeben, sie nicht einzubeziehen, sondern es wird behauptet, man habe sie im Rahmen einer Sitzung des Landesschulbeirates eingebunden. – Aha, denke ich, und lese das Protokoll der besagten Sitzung des Landesschulbeirates. Und was steht in diesem Protokoll? Da steht: Eigentlich wollte zu dieser Sitzung das Landwirtschaftsministerium kommen und über die BiLEV berichten, aber leider (Martin Habersaat) ist die Vertreterin des Landwirtschaftsministeriums erkrankt. Man werde das irgendwann einmal neu behandeln. – Das war Ihre Beteiligung der Landesschülervertretung und der Landeselternvertretung. (Beifall SPD) Außerdem war das eine falsche Antwort auf eine Kleine Anfrage und ein Umgang mit dem Parlament, den ich nicht für angemessen halte. (Beifall SPD) Selbstverständlich müssen Landesschülervertretung und Landeselternvertretung bei wichtigen bildungspolitischen Fragen eingebunden werden. Sie bringen doch selbst Projekte zu mehr Jugendbeteiligung auf den Weg. Im Prinzip finden Sie das doch richtig. Dann tun Sie doch nicht so, als hätte es einen guten Grund gegeben, das in diesem Fall nicht so zu machen. Der Grund ist einfach: Es wurde schlicht vergessen, weil Sie eine Auftragsarbeit für die Landwirtschaft abarbeiten und weil man im Landwirtschaftsministerium nicht wusste, dass das Bildungsministerium üblicherweise die Landesschülervertretung und die Landeselternvertretung einbindet. Das ist an dieser Stelle das Problem gewesen. (Beifall SPD) Ich sage ja gar nicht, dass wir uns nicht mit Landwirtschaft und Ernährung beschäftigen sollen. Ich finde das richtig. Ich sage Ihnen aber, Sie verschenken einen wichtigen Punkt und einen Hebel. Schulentwicklung funktioniert am besten mit Lebensweltbezug und mit den konkreten Themen, denen die Schülerinnen und Schüler begegnen. Sie alle sind doch bei „dialogP“ gewesen. Sie alle haben doch gehört, was sich die Schülerinnen und Schüler wünschen. Sie wünschen sich Finanzbildung, Mode und Globalisierung sowie weitere praktische Themen aus dem Leben heraus. Verschenken Sie das doch nicht, sondern nutzen Sie das als Hebel, um Schulen zu entwickeln, um ein modernes Schleswig-Holstein zu schaffen. Belassen Sie es nicht dabei, Auftragsarbeiten für die Landwirtschaft zu leisten. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD)

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