Dirk Kock-Rohwer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Als Allererstes vielen Dank an den Kollegen Vogt von der FDP für das Lob heute Morgen für die Bildungsarbeit im Landwirtschaftsministerium. Er ist jetzt leider nicht da. Ich hoffe, sein Kollege Oliver Kumbartzky sieht das ähnlich und wird dies auch in seiner Rede nachher darstellen. (Birgit Herdejürgen [SPD]: Ironie erst ab neunter Klasse! – Heiterkeit) – Genau. Wir haben gehört, was bisher in die Wege geleitet wurde und wie es weitergehen soll. Von Mai dieses Jahres bis heute ist eine Vielzahl an Aktivitäten im Sinne der Bildungsoffensive Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz unter Beteiligung des MLLEV und des Bildungsministeriums gelaufen. Nicht zu vergessen ist die Arbeit der Universität Flensburg, meine Kollegen erwähnten dies, und die der vielen Stakeholder, die auch eingebunden waren. Das Ziel ist, Bildung für nachhaltige Entwicklung greifbar zu machen durch ein Zusammenwirken von Betrieben rund um Nahrungsmittel – von der Urproduktion über die Verarbeitung bis zur Vermarktung – und den Schulen. Ziel ist auch, ein besseres Verständnis für das eige- (Dirk Kock-Rohwer) ne Handeln und die daraus resultierenden Folgen schon bei Jugendlichen zu fördern. Es wurde eine Strategie entworfen, und es wurden sofort erste Schritte in die Tat umgesetzt. Auf der Norla fand eine Informationsveranstaltung für Lehrkräfte statt. In vier Schulungen wurden 100 Personen aus 58 verschiedenen Betrieben aus dem gesamten Spektrum weitergebildet, um so einen qualifizierten Wissenstransfer zu gewährleisten – immer mit dem Ziel, Praxis und Schule stärker miteinander zu verbinden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, genau dies erfüllt die Forderung des Weltaktionsprogramms der UNESCO zur Umsetzung der Bildungsinitiative für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. Die Nachhaltigkeitsprinzipien von BNE sollen in den Bildungsund weiter auch in den Ausbildungskontexten verankert werden. Ja, Kollege Timmer, ich gebe Ihnen recht: Wir dürfen das nicht nur auf Landwirtschaft und Ernährung beschränken. (Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD) Aber lassen Sie uns doch erst einmal mit diesem Projekt beginnen und Schlüsse daraus ziehen und es dann weiterentwickeln. Es gibt sicherlich viele spannende Themenfelder. Sie haben eine Menge genannt, die sich in diesem Kontext eignen, aber hier gehen wir den ersten Schritt in die praktische Umsetzung. Eine Evaluierung muss dann folgen, und dann können nächste Projekte ins Auge gefasst werden. Lieber Kollege Habersaat, gestatten Sie mir, auf Ihre Pressemitteilung zum Thema BilEV vom 11. Dezember 2023 zu reagieren. Ich zitiere: „Die Landesregierung konzipiert und finanziert eine Imagekampagne für die konventionelle Landwirtschaft.“ Ihnen sollte nicht entgangen sein, dass wir eine schwarz-grüne Koalition gebildet haben (Martin Habersaat [SPD]: Deswegen bin ich ja so überrascht und erschüttert, Herr Kollege!) und dass die grüne Handschrift darin keine rein konventionelle Landwirtschaft in der Bildungsoffensive unterstützen wird. Kurz gesagt: Unter den 58 Betrieben, die bis jetzt mit Vertreter_innen geschult wurden, ist mindestens ein Drittel dem Ökosektor zuzuordnen, denn diese Betriebe machen zumeist schon seit Jahren Öffentlichkeitsarbeit und werden hier auch mit eingebunden. (Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
