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Martin Habersaat

SPD 13.12.2023 Sitzungen 20/45

Vielen Frau Kollegin Röttger. Ich wollte Sie fragen, wie Sie dazu stehen, diese ja durchaus wichtigen Themen und Inhalte nicht nur den Gemeinschaftsschulen, sondern auch den Schülerinnen und Schülern an Gymnasien zugutekommen zu lassen. – Wir haben im Moment kein Konzept, das weiter auf die Gymnasien auszudehnen. Im Moment haben wir vielschichtige Anforderungen, und wir haben eine Beschränkung dieses Faches auf Gemeinschaftsschulen. Das ist derzeit nicht geplant. (Dr. Kai Dolgner [SPD]: Gymnasiasten brauchen das sowieso nicht! – Peer Knöfler [CDU]: Das war nicht die Frage und nicht die Antwort! – Martin Balasus [CDU]: Mach weiter die Weihnachtskarten!) Unsere Schulen im Land setzen diesen Prozess bereits um. Auch die zahlreichen guten Initiativen wie zum Beispiel die ausgezeichneten Verbraucherschulen, die Zukunftsschulen, die BNE-Initiativen, das EU-Schulobstprogramm oder das Projekt „Schulklassen auf dem Bauernhof“ belegen, wie sehr sich die Schulen jetzt schon um die Vermittlung von Alltagskompetenzen kümmern. Im November 2022 hat der Landtag aus dem 100‑Tage-Programm der Landesregierung mit einer Bildungsoffensive für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherbildung einen weiteren Baustein hin zu einer besseren Alltagskompetenz beschlossen und dabei auch die Einbindung der bereits bestehenden Projekte eingefordert. Der Anlass für diesen Weg war das Ergebnis des Dialogprozesses „Zukunft der Landwirtschaft“. In einer Perspektive 2040 ist es dort unter der Überschrift „Wertschöpfung und Wertschätzung“ in der These 5 wie folgt formuliert – ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin –: (Anette Röttger) „Wir wollen zuverlässige, verbindliche, transparente, leicht zugängliche und klar verständliche Informationen zu Lebensmitteln, zu ihrer Erzeugung und zur Ernährung sowie entsprechende Bildungsangebote ermöglichen, damit Erzeuger … und Verbraucher … qualifiziert entscheiden können.“ Hier in Schleswig-Holstein werden hochwertige Lebensmittel erzeugt. Die Alltagskompetenzen für einen sachgerechten Umgang mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln hingegen schwinden. Einen direkten Kontakt zur landwirtschaftlichen Ursprungsproduktion gibt es kaum noch oder nur sehr selten. Das Landwirtschaftsministerium und Verbraucherschutzministerium hat in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium daher eine „Bildungsoffensive Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz“ – kurz BiLEV – gestartet und für eine wissenschaftliche Begleitung durch die Europa-Universität Flensburg gesorgt. (Beifall CDU und Uta Röpcke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Die Vertreter_innen der EUF sind in diesem Thema seit vielen Jahren bewährt unterwegs. Von dieser Expertise und einem ausgezeichneten Engagement profitiert jetzt die BiLEV. Allen Beteiligten an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön! (Beifall CDU, vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und SSW) Nicht nur der vorgelegte schriftliche Bericht zur BiLEV, auch die Rede des Landwirtschaftsministers dazu im Oktober-Plenum und die anschließende Ausschussberatung haben uns vor Augen geführt: Alles ist auf einem guten Weg. (Lachen Martin Habersaat [SPD]) Für die BiLEV hat sich bereits jetzt ein breites Unterstützernetzwerk entwickelt. Wir werden darauf achten, dass es zu einer gleichmäßigen Verteilung im ganzen Land kommt. Bereits auf der Norla im September 2023 wurden die ersten Entwicklungsschritte im Rahmen der Lehrerveranstaltung vorgestellt. Im Oktober 2023 gab es für uns als Abgeordnete vor der Plenartagung im Landwirtschaftsministerium einen aktuellen Sachstand. Bezeichnend, dass ausgerechnet Sie, liebe SPD-Fraktion, bei dieser Veranstaltung nicht vertreten waren. Schade eigentlich. (Beifall CDU) Sie haben heute einen Antrag vorgelegt. Wir haben aus erster Hand erfahren, wie über das berichtet wurde, was die Bildungsoffensive ausmacht: ein Netzwerk von inzwischen über 100 Betrieben, die sich mit Zertifizierungsworkshops als außerschulische Lernorte qualifiziert haben. Sie werden Berührungspunkte zur Lebensmittelerzeugung herstellen. Ein gegenseitiges Kennenlernen und das Verständnis füreinander werden dazu beitragen, die bestehenden Vorurteile im Bereich Landwirtschaft und Ernährung abzubauen. Mich hat diese Vorgehensweise überzeugt. Damit ist es aus unserer Sicht zu diesem Zeitpunkt noch nicht erforderlich, jetzt weitere verbraucherschutzbezogene Schwerpunkte in diese Bildungsoffensive aufzunehmen. Wir sollten der BiLEV jetzt vielmehr die Gelegenheit geben, sich voll zu entfalten. Den vorliegenden Antrag lehnen wir daher ab. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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