Martin Habersaat
Vielen Dank, Herr Krüger. – Ich weiß nicht, wie Ihre Erfahrungen bei diesen DialogP-Veranstaltungen sind. Ich kriege da relativ häufig zu hören, dass es Schülerinnen und Schüler gibt, die den Eindruck haben, Gedichtinterpretation sei jetzt mal genug, aber sie würden gern mal wissen, wie man eine Steuererklärung schreibt oder wie man einen Handyvertrag unterschreibt, und, und, und. Das ist ja nur ein Beispiel für Lebensweltbezug. Eine meiner Antworten an die Schülerinnen und Schüler ist übrigens immer, dass ich das mit der Gedichtinterpretation gern erst mal sehen würde, bevor ich das glaube. – Sie haben absolut recht. Bei den DialogP-Veranstaltungen werden wir, glaube ich, alle regelmäßig genau auf dieses Thema angesprochen. Wenn die Schüler_innenschaft das fordert – es ist ja durch die Bank weg ein Thema –, dann sollten wir das ernst nehmen. Ich will mich jetzt nicht darüber lustig machen. Meinetwegen kann man auch einen Handyvertrag und so was im Unterricht nutzen. Aber zur Wahrheit gehört eben auch: Wir müssen dann überlegen, wie kriegen wir das interessant in den Unterricht eingepflegt? Ich sage mal so: Wenn ich den Vertrag Schüler_innen einfach so vorsetze, glaube ich nicht, dass das Interesse so groß sein wird. Das müssen wir dann schon didaktisch gut einbinden. (Beate Raudies [SPD]: Da haben wir was mit Verbraucherbildung vorgeschlagen!) Mangelnde Chancengleichheit, pandemiebedingte Einschränkung des Schulbetriebs und Deutsch als Zweitsprache haben die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends negativ beeinflusst. Das habe ich schon gesagt. Abschließend will ich noch kurz auf das zweite Thema in dieser verbundenen Debatte eingehen: unser PerspektivSchul-Programm. Das PerspektivSchul-Programm ermöglicht Schulen in herausforderndem Umfeld Gestaltungsspielräume und unterstützt uns bei dem Thema Chancengerechtigkeit. Das Startchancen-Programm verknüpft sich hoffentlich gut mit dem PerspektivSchul-Programm und unterstützt zum Beispiel an einigen Schulen den Schulausbau und die Schulsozialarbeit. Am Ende kommen wir hoffentlich beim Thema Bildungsgerechtigkeit etwas weiter. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Malte Krüger) (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)
