Malte Krüger
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Vielen Dank für Ihren Bericht, Frau Ministerin. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass eine Einigung erzielt worden ist, und ausdrücklich begrüßen wir auch, dass es die IMAG gibt. Ich glaube, das ist der richtige Schritt. Sie haben die ganzen Akteure, die daran beteiligt sind, aufgezählt. Ich glaube Ihnen, dass es ein wirklicher Kraftakt ist, sich da durchzuwühlen und diesen Ganztag auf den Weg zu bringen. Ich bin froh, dass Sie sich auf den Weg machen, insbesondere mit den Regionalkonferenzen, die wir jetzt schon öfter bei anderen Themen erlebt haben und die ich immer sehr interessant fand. Ich habe versucht, an so vielen wie möglich teilzunehmen. Auch bei diesem Projekt versuche ich, an möglichst vielen teilzunehmen. Also vielen Dank dafür. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Auf Bundesebene wurde die stufenweise Einführung eines Rechtsanspruches auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen ab 2026 beschlossen. Das stellt die Kommunen auch in Schleswig-Holstein vor große Herausforderungen. Hier ist es wichtig, dass wir Schulen, Trägern und Partnern der außerschulischen Bildung, aber auch Kindern und ihren Eltern Orientierung geben und gemeinsam daran arbeiten, den Ganztag nachhaltig und zukunftsfähig auszugestalten. Mit der Entwicklung einer Rahmenkonzeption für den Ganztag in Schleswig-Holstein werden jetzt die entscheidenden Weichen gestellt. Der Anspruch auf Ganztagsbetreuung kann ein Meilenstein sein, er kann aber auch ein holpriger Weg sein. Eines ist auf jeden Fall klar: Bei dem ganzen Prozess sind noch sehr viele Fragen zu klären. Erstens. Bei der Ausgestaltung von Ganztagsangeboten gilt es, Vor- und Nachmittag gewinnbringend miteinander zu verknüpfen. Das Ganztagskonzept sollte sinnvoll mit den Fachanforderungen verzahnt werden und neben den Bildungsleitlinien auch Erfahrungen von Vereinen, außerschulischen Bildungsträgern sowie Erkenntnisse aus dem PerspektivSchul-Programm berücksichtigen. (Vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD) Zweitens. Wir werden in Zusammenarbeit mit den Schulträgern auch eine Fort- und Ausbildungsoffensive brauchen. Neben der dringend notwendigen Ausbildung neuer Fachkräfte soll dabei auch eine Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und sonstigem schulischen Personal zu Aspekten des Ganztags erfolgen. Drittens. Kinder haben ein Recht auf Beteiligung in allen Belangen zur Gestaltung ihres eigenen Lebens. (Beifall Silke Backsen [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) (Malte Krüger) Im Rahmenkonzept soll unserer Auffassung nach verankert werden, dass die Interessen der Kinder bei sämtlichen noch zu treffenden Entscheidungen Berücksichtigung finden und sie sowie ihre Eltern oder sorgeberechtigten Personen entsprechend zu beteiligen sind. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und SSW) Beim Ganztag erhoffen wir uns mehr als nur eine reine Betreuungseinrichtung mit Mittagsverpflegung und Hausaufgabenzeit. Unser Ziel ist es, dass Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte im Ganztag sowie Schulsozialarbeit gemeinsam den Ganztag in der Schule entwickeln – in den kreisfreien Städten genauso wie in den ländlichen Kommunen. Es ist wichtig, dass wir Verlässlichkeit, Planbarkeit und Rechtssicherheit für Kinder, Eltern, Fachkräfte und Träger schaffen, damit der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder auch erfolgreich für alle umgesetzt werden kann. Ich sage es sehr deutlich: Die Erwartungen an den Ganztag sind immens, das spüren wir alle miteinander. Wir dürfen hier nicht enttäuschen. Ich begrüße daher die Vorbereitung des Informations- und Beteiligungsprozesses durch das Bildungsministerium ausdrücklich. Es gibt viele Menschen, die sich einbringen wollen. Das muss der Prozess auch ermöglichen. So wie Sie das erzählt haben, Frau Ministerin, wird das auch erfolgen. Gleichzeitig gibt es beim Ganztag auch schon viele Orte und Kommunen, die vorangegangen sind. Wir haben also Best-Practice-Beispiele, wie zum Beispiel Norderstedt – das wird der Kollege Patrick Pender sicherlich gut kennen. Auch aus grüner Sicht kennen wir es, das ist wirklich ein Best-Practice-Beispiel. Daran kann man sich natürlich orientieren. (Beate Raudies [SPD]: Mir fallen auch noch ein paar andere Städte ein!) – Da gibt es natürlich auch noch andere Städte. Wir wollen, dass alle Kinder und Familien davon profitieren, egal wo sie wohnen. Das ist das Ziel, und dafür setzen wir uns ein. Parallel müssen wir daran arbeiten, dass verstärkt Fachkräfte ausgebildet werden, die den Anspruch auf Ganztagsbetreuung auch umsetzen und mit Leben füllen, denn noch haben wir auch im Ganztag zu wenig Fachkräfte. Ich würde also vorschlagen, wir packen es an. Frau Ministerin sprach von einer Teamleistung, und das sehe ich absolut genauso. Ich freue mich daher darauf, wie wir das gestalten werden. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)
