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Karin Prien

13.10.2023 Sitzungen 20/40

Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Thema Lehrkräftegewinnung kann gar nicht genug öffentliche Aufmerksamkeit haben. Es ist eine zentrale gesellschaftspolitische Herausforderung, hierfür zu guten Lösungen zu kommen. Ich begrüße es daher sowohl, dass wir uns heute in diesem Hohen Haus erneut mit diesem Thema befassen, als auch, dass die Opposition zu diesem Thema Vorschläge vorlegt. Das ist gut so. Wir sollten über die Vorschläge in aller Ernsthaftigkeit in den Ausschüssen miteinander beraten. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Martin Habersaat [SPD]) Meine Damen und Herren! Der Fachkräftemangel, der inzwischen alle Bereiche unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft erreicht hat – und der in den nächsten Jahren noch schlimmer werden wird –, findet seinen Niederschlag natürlich auch in der Mangelsituation im Bereich der Lehrkräfte und der Erziehungsberufe. Dort ist er besonders schmerzhaft. Meine Damen und Herren, um Ihnen nur einmal vorzuführen, was das eigentlich bedeutet: Wir haben allein in dieser Woche 200 zusätzliche Schülerinnen und Schüler in unseren Schulen willkommen geheißen. So geht es jetzt Woche um Woche. Deshalb muss man auch einmal sagen: Unser Schulsystem steht vor immensen Herausforderungen – aber nicht nur wegen der steigenden Schülerzahlen. Es bedarf einer großen gesellschaftlichen Anerkennung für die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch für alle anderen an Schule Beteiligten in unserem Land, damit wir diese Aufgaben gemeinsam stemmen können. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wertschätzung für Erziehungs- und Lehrkräfteberufe ist wichtig, reicht aber natürlich nicht aus. Wir müssen tatsächlich – darüber gibt es überhaupt keinen Dissens – an allen Stellschrauben drehen, die uns zur Verfügung stehen. Die Aufgaben sind aber vielfältig, weil es nicht nur um die Hochschulen, sondern auch um das Beamten- beziehungsweise Dienstrecht geht. Wir brauchen eine Flexibilisierung in allen möglichen Bereichen. Das klingt vielleicht manchmal kleinteilig, Frau Waldinger-Thiering. Aber die Probleme können nur dann handwerklich sauber gelöst werden, wenn man auch mit den kleinen Stellschrauben zügig, aber handwerklich ordentlich arbeitet. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ja, um gut arbeiten zu können, braucht man gute Zahlen. Sie wissen, diese Auffassung vertrete ich. Deswegen müssen wir unser KoPers-System ausbauen. Das tun wir. Herr Krüger, wir werden bis zum Ende des Jahre KoPers so programmiert haben und übrigens auch die ganzen Altfälle eingepflegt haben, dass wir die weiteren Differenzierungen bei den Vorqualifikationen auch von Vertretungslehrkräften werden auswerfen können. Das ist immens viel Arbeit, aber wir machen uns diese Arbeit, weil auch ich sage: Wir brauchen eine gute Datengrundlage. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich will heute noch einmal wiederholen, was ich seit Monaten immer wieder sage: Natürlich können und dürfen wir den Mangel an Personal an unseren Schulen nicht ausschließlich auf dem Rücken der Lehrkräfte zu lösen versuchen, sondern wir müssen Unterstützungsstrukturen schaffen, die Lehrkräfte mehr als bisher unterstützen. Ich bin froh, dass wir an diesem Thema strategisch arbeiten und dass wir mit der Allianz für Lehrkräftebildung und mit unserer Lenkungsgruppe im Ministerium leistungsfähige interdisziplinäre und institutionenübergreifende Strukturen haben, denn die brauchen wir, um die Probleme zu lösen. Im Silo kann man solche Themen nicht mehr bearbeiten, sondern man muss sie in modernen, agilen Strukturen voranbringen. (Wortmeldung Martin Habersaat [SPD])

Protokoll ↗