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Martin Balasus

CDU 13.10.2023 Sitzungen 20/40

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! (Martin Balasus) „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“ – So Aristoteles. Gerade hier im Land zwischen den Meeren sind wir uns dessen stets bewusst. Ja, es stimmt: Der Wind hat sich geändert. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Demografischer Wandel, Krieg in der Ukraine, Zuzug von Geflüchteten, Nachwirkungen der Pandemie und angespannte Finanzen betreffen uns alle und damit natürlich auch unsere Schulen und die Bildung insgesamt. An den Schulen wird jeden Tag für die Zukunft unseres Landes gearbeitet. Die Lehrkräftegewinnung ist die entscheidende Aufgabe der kommenden Jahre im Bildungsbereich. Deshalb benötigen wir mehr Studentinnen und Studenten in Mangelfächern, eine Verringerung der Studienabbrecherquote und bessere Betreuung im Studium und im Vorbereitungsdienst, aber auch passgenaue Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte, Entlastung von unnötiger Bürokratie und eine größere Flexibilisierung für all diejenigen, die schon im schönsten Beruf der Welt arbeiten. Umso begrüßenswerter ist es, dass die Landesregierung dort unermüdlich am Ball ist. Die ersten beiden Maßnahmenpakete zur Gewinnung neuer Lehrkräfte enthalten schon Wesentliches: Appell zur Erhöhung der Unterrichtstätigkeit, eine Datenbank für Lehramtspraktika, Ausbau FSJ, flexiblere Bewerbungszeiten, Überprüfung der Sabbatical-Regelung, „MusikPlus“ an der Musikhochschule Lübeck, ein Lernzentrum Mathematik an der CAU – das sind die Antworten auf die Mangelfächer Mathe und Musik –, (Zuruf Martin Habersaat [SPD]) Qualifizierung von ausländischen Lehrkräften wie den ukrainischen und so weiter. Dass Sie, liebe SPD, in Ihrem Antrag davon ausgehen, dass nach dem nächsten Paket Schluss sein wird, verwundert mich etwas. Ich kann Sie aber beruhigen. (Christopher Vogt [FDP]: Das war so angekündigt! – Jette Waldinger-Thiering [SSW]: Ja!) Dem ist selbstverständlich nicht so. Lehrkräftegewinnung ist nämlich eine langfristige, eine kontinuierliche Aufgabe, und deshalb wird es nach dem dritten Paket auch noch weitere Maßnahmen geben. (Martin Habersaat [SPD]: Es waren aber schon drei angekündigt!) Das ist auch genau der richtige Weg. Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Es bedarf vieler und breiter Anregungen. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Martin Habersaat [SPD]) – Völlig zu Recht klatschen Sie. Sie geben uns ja auch Anregungen, das finde ich richtig klasse. (Heiterkeit Christopher Vogt [FDP]) Aus diesem Grund werden wir weiterhin in enger Abstimmung mit und unter Einbeziehung der Allianz für Lehrkräftebildung und der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der KMK agieren. Ich finde es absolut richtig – das sagte ich eben schon –, dass Sie uns konkrete Vorschläge unterbreiten. Der Antrag ist ja jetzt auf breitere Füße gestellt worden. Ich freue mich darüber, denn es zeigt, dass Ihnen die Lehrkräftegewinnung genauso wichtig ist wie uns. So soll es ja auch sein: Lehrkräftegewinnung klappt nur gemeinsam. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Auf manche der geäußerten Ideen oder Vorschläge möchte ich noch kurz eingehen, denn manche sind von der Allianz schon auf den Weg gebracht worden, und bei manchen steht die Realisierung kurz bevor. Konkret: Einstellung von Ein-Fach-Lehrkräften in Mangelfächern. – Wie gut, dass die KMK da bereits dran ist. Sobald ein Konzept vorliegt oder final ist, werden wir das in Schleswig-Holstein umsetzen. Damit ermöglichen wir Bachelorabsolventinnen und -absolventen des Ein-Fachstudiums Mathe einen Quereinstieg. Sie fordern den Aufbau von Unterstützungsstrukturen an Schulen – absolut richtig – für zum Beispiel Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst. Begleitkonzepte für Studierende an Schulen befinden sich in der Erarbeitung. Dies ist eine Maßnahme der Allianz. Wenn ich schon bei der Allianz bin: Sie fordern in Ihrem Antrag einen jährlichen Etat für die Ausstattung dieser Allianz. Aber das gibt es doch bereits. In § 18 a Absatz 6 Hochschulgesetz steht – ich zitiere –: „Das Land finanziert die Geschäftsstelle und stellt Finanzmittel für die Tätigkeit der Allianz zur Verfügung.“ Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist der Beleg: Die Allianz ist als Daueraufgabe vorgesehen.

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