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Sybilla Nitsch

SSW 13.10.2023 Sitzungen 20/40

Geehrte Präsidentin! Liebe Kollegen! Liebe Kolleginnen! Geesthacht, die größte Stadt des Kreises Herzogtum-Lauenburg – das wurde schon gesagt –, mit Hamburg zu verbinden, ist ganz sicher wichtig, vor allem, weil es dort schon eine bestehende Strecke gibt, die derzeit kaum genutzt wird, sich jedoch für eine Ertüchtigung sehr gut eignet. Seit 1953 fahren keine Personenzüge mehr zwischen Bergedorf und Geesthacht. 14 Kilometer Strecke gilt es, wieder fit zu machen. Das ist eine eher kurze Strecke. Der berechnete Aufwand ist im Vergleich zu anderen Projekten relativ gering. Der Nutzen wäre groß, da die Nachfrage vor Ort hoch ist. Es ist immer politischer Konsens gewesen, wenn die Nachfrage hoch ist, Strecken zu reaktivieren. Sicherlich würde die Nachfrage weiter steigen. Der Zug schafft die Strecke, für die der Linienbus doppelt so lange braucht. Das ist eine Zeitersparnis, die sich sehen lassen kann. Das Potenzial des öffentlichen Nahverkehrs zeigt sich auch in diesem Fall als attraktiv im Sinne der Stärkung des Schienenverkehrs, schließlich ist Bahnfahren beliebt; das haben wir in den vergangenen Tagen bei der Diskussion über das 49-Euro-Ticket immer wieder betont. Darüber hinaus ist eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2020 zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Reaktivierung dieser Strecke absolut zielführend ist. In der Vergangenheit wurde daher intensiv über die genannte Strecke beraten – das habe ich mir aus meiner Fraktion berichten lassen –, insbesondere im Austausch mit den Hamburger Kolleginnen und Kollegen. Das Bekenntnis zur Reaktivierung dieser Strecke findet sich zudem in den Koalitionsverträgen von Schleswig-Holstein und der Hansestadt Hamburg sowie in zahlreichen Wahlprogrammen wieder. Die Einigkeit diesbezüglich ist daher gefestigt. Das zeigt auch der vorliegende geeinte Antrag. Auch wir als SSW, auch wenn wir mehr Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland fordern und uns häufig Regionalpolitik vorgeworfen wird, zeigen mit unserem positiven Votum, dass wir durchaus Verantwortung für das ganze Land übernehmen können. (Beifall SSW) Zudem passt es auch sehr gut, dass der Hamburger Hauptbahnhof ausgebaut wird. Zu Recht ist im Antragstext nichts vom Hamburger Hauptbahnhof zu lesen, jedoch ist er in der Praxis von entscheidender Bedeutung. Es wäre eine Überlegung wert, eine direkte Weiterfahrt zum oder vom Hauptbahnhof zu ermöglichen. Diese Möglichkeiten muss man untersuchen. Darüber hinaus wäre es zielführend, den ÖPNV in Geesthacht noch einmal zu optimieren. Da geht es zu oft um die jeweiligen Fahrpläne. Das muss am Ende zueinander passen. Genauso müssen bei der Bahnstrecke Fuß- und Radübergänge gesichert sein. Ich habe dieses Vorhaben aber auch durchaus als etwas verstanden, wo man auf das Acht gibt, was in der Praxis mit dranhängt. Insgesamt gibt es in Bezug auf die Reaktivierung der Strecke viel Positives zu sagen. Klar ist aber auch, dass wir nicht über eine Blaupause für die Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken im Land sprechen, sondern dass jede Reaktivierung individuell betrachtet werden muss. Für uns als SSW ist zudem auch klar, dass bestehende Strecken Vorrang haben. Genau das schließt der geeinte Antrag ja auch nicht aus. Alles in allem ist das eine gute Sache für uns im Land und unsere Nachbarn im Süden. Geben wir einmal zu: Es wäre doch schön, wenn in Zukunft nicht länger primär Castor-Transporte auf der Strecke fahren würden, sondern Reisende von und nach Geesthacht. (Beifall SSW und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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