Beate Raudies
Danke, Frau Präsidentin. – Liebe Kollegin Krämer, ich habe einen Beruf gelernt, der sich durchaus mit finanzwirtschaftlichen Themen auseinandersetzt. Einen solchen haben wir beide gelernt. Ich beschäftige mich lange mit Gelddingen. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Schulden und Verbindlichkeiten, aber wenn ein Wirtschaftsbetrieb einen Kredit aufnimmt, um eine dringend notwendige Investition für die Modernisierung der Maschinen, ein neues Gebäude oder die energetische Sanierung seiner Produktionshallen vorzunehmen, dann nimmt er einen Kredit auf. Dann macht er Schulden, und das weist er in seiner Bilanz als Verbindlichkeit auf der Passivseite aus. Das beeinflusst natürlich seine Bilanz, ja, klar. Aber was ist der große Unterschied? Warum soll der Staat das nicht machen? In vielen Kommunen hat sich, seitdem wir die Doppik haben, die Diskussion komplett verändert, weil dies jetzt alle sehen: Sie haben zwar auf der einen Seite die Schulden, aber auf der anderen Seite sehen sie auch auf der Aktivseite das, was sie damit geschaffen haben. Wenn der Bau fertig ist, dann ist auf der Aktivseite der Bilanz der Wert, den man damit geschaffen hat, und das wissen Sie auch. (Beifall SPD, vereinzelt CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
