Anna Langsch
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Liebe Kolleg_innen! Eine Zahl zum Anfang: 40,5 Milliarden Euro. (Anna Langsch) So hoch war die geschätzte Gesamtsumme der Schäden durch die Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer 2021. Nur ein Bruchteil davon, nämlich ungefähr 8,5 Milliarden Euro, war durch Versicherungen abgedeckt. Bund und Länder – das haben wir schon ansatzweise gehört – haben 30 Milliarden Euro für den Wiederaufbau zugesagt. (Zuruf Beate Raudies [SPD]) Sollen die Betroffenen am Ende nicht vor dem Ruin stehen, muss neben einer Menge Arbeit auch Geld her. Dass sich vor diesem Hintergrund also viele Gremien in den letzten Jahren mit der Frage befasst haben, wie mit solchen Kosten, die in Zukunft auflaufen werden, umzugehen ist, ist nachvollziehbar und richtig. Erst kürzlich wurde eine Umfrage unter allen deutschen Landkreisen veröffentlicht: 96 Prozent von ihnen rechnen mit mehr Extremwetterereignissen bis zum Jahr 2050. (Zuruf BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Hört, hört!) Und das zu Recht: Die Wissenschaft lässt keinen Zweifel daran, dass der Klimawandel voranschreitet und infolgedessen Extremwetterereignisse nicht nur wahrscheinlicher, sondern auch stärker werden. Unsere Gesellschaft muss sich auf diese neue Risikolage einstellen. Wir werben dafür, dass sie das solidarisch tut. Extremwetterereignisse sind kein Risiko, gegen das sich jede und jeder Einzelne selbst absichern kann und sollte. Die Gesellschaft als Ganzes muss sich auf diese neue Risikolage einstellen und gemeinsam solidarische Antworten finden. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Martin Balasus [CDU], Rixa Kleinschmit [CDU] und Birte Glißmann [CDU]) Eine flächendeckende Elementarschadenversicherung für alle kann gewährleisten, dass alle einen Versicherungsschutz bekommen. Nur sie ist groß genug, um allen im Katastrophenfall einen wirkungsvollen Schutzschirm zu bieten. Sie kann dafür sorgen, dass die Beitragslast für Einzelne moderat bleibt. Nur eine bundesweite Lösung bietet die nötige Einheitlichkeit, um allgemein auf Akzeptanz zu stoßen. Deshalb halten wir das Vorhaben der Einführung einer flächendeckenden Pflichtversicherung gegen Elementarschäden für sinnvoll. Ich und meine Fraktion unterstützen dies.
