Katja Rathje-Hoffmann
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Böhm von der Landeselternvertretung, schön, dass Sie so lange ausgehalten haben und da sind. – Mittlerweile weiß jeder: In jeder Kita gibt es Personalengpässe, und es gibt einen riesigen Handlungsbedarf, etwas in diesem Bereich zu tun. Eine gute frühkindliche Bildung steht bei uns immer im Fokus. Zudem wissen wir bereits jetzt, dass das Fachpersonal in den Kitas fehlt und Fachkräfte immer knapper werden. Wir wissen, dass wir Maßnahmen ergreifen und umsetzen müssen, um diesen Fachkräftemangel zu bekämpfen. Wir arbeiten stetig, ständig und intensiv, an der Lösung dieser Probleme. Aus diesem Grund setzen wir die Fachkräftestärkungsstrategie um, die mit folgenden Maßnahmen verbunden ist. Wir erhöhen die Zahl der Ausbildungsplätze im Bereich der praxisintegrierten Ausbildung, der PiAAusbildung; die ist sehr beliebt. Ab dem kommenden Jahr stärken wir diese Ausbildungsform mit 10 Millionen Euro zusätzlich für dieses erfolgreiche Ausbildungssystem. (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Danke schön. – Wir erhöhen die Anzahl der Ausbildungsplätze. Es werden zukünftig 480 Plätze für die Erzieherinnenausbildung anteilig vom Land zur Verfügung gestellt. Die werden vom Land jeweils mit 800 Euro pro Monat bezuschusst – wir kommen von 300 Plätzen; das ist eine ordentliche Steigerung. Zudem werden wir seit neustem 275 SPA-Ausbildungsplätze mit 600 Euro pro Monat vom Land fördern, damit wir auch diese Form stärken. Neu ist ebenfalls die PiA-Ausbildung für die Heilerziehungspflege. Mit 56 neuen Plätzen probieren wir aus, ob auch diese Ausbildungsform in diesem Bereich so funktioniert. Nicht vergessen dürfen wir die 100 vom Land geförderten FSJ-Plätze, die sehr wichtig für die Kitas vor Ort sind. Es wäre schade, wenn diese Förderung durch die Kürzungen des Bundes wegfiele, denn aus vielen FSJlern werden gute Erzieherinnen und Erzieher oder sozialpädagogische Assistentinnen. Ganz besonders wichtig und hilfreich ist aus unserer Sicht die verbesserte Möglichkeit des Quereinstiegs. Wer schon eine andere Ausbildung absolviert hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen mit einer Fachqualifikation in der pädagogischen Kitaarbeit beschäftigt werden. Es ist aus unserer Sicht ein hilfreicher und sehr pragmatischer Weg für die Betreuung unserer Kleinsten. Mehr Attraktivität versprechen wir uns auch von den neu geschaffenen Aufstiegsmöglichkeiten für die SPA, die nach langer Diensterfahrung – also nach zehn Jahren – eine Gruppe leiten dürfen. Dies motiviert nicht nur, sondern ist auch monetär ganz ansprechend für die Mitarbeiterinnen. Ein weiterer Aspekt ist, dass wir Kitas mit spürbarer Personalknappheit durch die sogenannten Helfenden Hände entlasten und unterstützen. Diese können leicht und unkompliziert Tätigkeiten wie zum Beispiel Büroarbeit oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten zur Entlastung des pädagogischen Personals übernehmen. Dieser große Strauß an Möglichkeiten zur Qualifikation und Unterstützung, den ich Ihnen eben dargelegt habe, zeigt deutlich: Wir handeln, und wir werden bei der Personalgewinnung und der Stärkung der Fachkräfte tätig. Wir haben zusätzlich die wichtigen Sprach-Kitas gerettet und den ausbleibenden Bundeszuschuss kompensiert. (Serpil Midyatli [SPD]: Wollen Sie sagen, wie die Mittelabführung wird?) (Katja Rathje-Hoffmann) Zudem übernehmen wir die relativ hohen Tarifabschlüsse der Jahrgänge 2022 und 2023. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Erwähnen möchte ich auch, dass wir die Sozialstaffel verbessert haben und Eltern mit geringem Einkommen und wenig Geld gut unterstützen werden. Wir stärken außerdem das Kompetenzteam Inklusion mit zusätzlichen 9 Millionen Euro. Wir stehen auch weiterhin – das mehr denn je – für zukunftsstarke Kindertageseinrichtungen mit einer guten Betreuungsqualität im Land. Das von der Opposition geforderte Prognosetool wird im Kitabereich nur sehr schwer umsetzbar sein. Ein Vergleich mit der Schulsituation, liebe Frau Schiebe, ist sehr schwierig. Der Vergleich mit der Lehrerversorgung hinkt und wird nicht gelingen, denn im Kitabereich haben wir nicht nur einen Arbeitgeber, sondern ganz viele; wir haben eine große Trägervielfalt. Das droht bürokratisch zu überborden, zumal Bürokratie für die Kindergärten ein großes Problem ist. Wir freuen uns, dass das Sozialministerium gemeinsam mit dem Bildungsministerium bereits auf der Basis der zu ermittelnden Bedarfe Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung zielgerichtet weiterentwickelt. Zudem wird es einen Bericht zur Umsetzung der Fachkräfte-Stärken-Strategie geben, und zwar schon im nächsten Jahr. Meine Damen und Herren, mit diesem Strauß an Maßnahmen können wir dem Fachkräftemangel ganz gut begegnen. Wir müssen gucken – das ist dann unsere Aufgabe für die nächsten Jahre –, dass wir unsere Kinder weiter optimal qualitativ hochwertig betreuen können. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
