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Malte Krüger

GRÜNE 13.07.2023 Sitzungen 20/33

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Zuallererst möchte ich mich für den Bericht bedanken. Der ist sehr ausführlich. Vielen Dank, Frau Ministerin. Kinder sind einzigartig. Der Bericht der Landesregierung stellt das ganz zu Beginn in den Mittelpunkt. Jetzt kann man sich die Frage stellen: Was ist dann unsere Aufgabe als Politik? – Ich glaube, unsere Aufgabe ist es, unser Bildungssystem so aufzustellen, dass es diese Einzigartigkeit annehmen kann, (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) dass wir da fördern, wo es nötig ist, um gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. Menschen haben ein Recht auf diese Bildungschancen, und unser aller Anspruch muss es sein, für dieses Ziel so viel zu tun, wie wir können. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Deshalb wollen wir auch ein früheres ScreeningVerfahren – die Viereinhalbjährigen-Gespräche für angehende Schülerinnen und Schüler vor der Schuleingangsuntersuchung – prüfen, nach Möglichkeit auch für Kinder, die nicht in eine Kindertageseinrichtung gehen. Wir wollen Familien in das Verfahren einbinden und den Informationsaustausch zwischen Kindertageseinrichtungen, Grundschulen, Eingliederungshilfe und Jugendhilfe stärken. Und wir wollen gezielt im Umfeld unserer PerspektivSchulen und auch schon im vorschulischen Bereich fördern. Ja, Herr Vogt, wir sehen natürlich den Handlungsbedarf. Ich meine, wir haben auch die Studien gelesen, die jetzt hier schon rauf und runter diskutiert worden sind. Deshalb steht auch in unserem Antrag etwas von einem Bericht, der 2024 gegeben werden (Malte Krüger) soll. Ja, wir sehen Handlungsbedarf, und wir hoffen, dass das schnell geprüft wird. Dabei muss aber immer das Kind im Mittelpunkt stehen. Für gute Bildung sind basale Kompetenzen – Lesen, Schreiben und Rechnen – enorm wichtig. Aber es ist auch so etwas wie Neugierde, Kreativität und Kommunikationsfähigkeit wichtig. Einfach gesagt: Schule muss auch Spaß machen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Martin Balasus [CDU] und Ole-Christopher Plambeck [CDU]) Ich habe vorhin mit der Kollegin Anna Langsch gesprochen. Wir alle kennen doch irgendwie Situationen in der Schule noch von früher, wo man eben nicht so motiviert war. Das lag oft auch am Bildungssetting. Das ist insofern auch ein Anspruch, den wir, so glaube ich, alle haben. (Christopher Vogt [FDP]: Das hatte ich nie!) – Herr Vogt, hätten Sie mich als Lehrer gehabt, dann sähe die Welt anders aus. (Heiterkeit und Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Martin Balasus [CDU] und Lars Harms [SSW]) Damit diese Freude und Neugierde auch entstehen und wachsen können, sollten Schülerinnen und Schüler gut für die Schule vorbereitet sein. Gerade im sprachlichen Bereich haben wir in den letzten Jahren das Förderangebot in der Kita deutlich gestärkt. Über 7 Millionen Euro geben wir jährlich für das Sprach-Kita-Programm aus, weitere 2 Millionen Euro für die Unterstützung von SPRINT, also „Sprachintensiv-Förderung“, für Sprachheilförderung und für die Sprachbildung unseres Kitapersonals. Während zum Beispiel für die SPRINTKurse eigene Gruppen gebildet werden, die dann über 20 Wochen hinweg intensiv zusammenarbeiten, findet längerfristige Sprachförderung im besten Fall alltagsintegriert statt, ohne dass die Kinder aus ihrer Gruppe herausgenommen werden. So können sie voneinander lernen und erleben Diversität, aber auch Heterogenität als etwas Bereicherndes. Sie lernen von und mit den Bezugspersonen, die sie oft seit Jahren täglich begleiten. Eine Qualifizierung zur alltagsintegrierten Sprachförderung ist zum Beispiel für alle Kita-Fachkräfte in landesgeförderten Einrichtungen verpflichtend. Die Schuleingangsuntersuchung findet allerdings erst relativ kurz vor der Einschulung statt, zum Teil nur wenige Monate vor dem ersten Schultag. Dann zum Beispiel bei sprachlichen Defiziten über einen Sprachintensivkurs nachzusteuern, stellt Kommunen, Eltern, vor allem aber das Kind vor große Herausforderungen. Ein früheres Screening kann hier also ganz sicher dazu beitragen, Eltern und Kinder bei der Vorbereitung des Übergangs in die Grundschule zu unterstützen. Ich möchte einmal kurz zur vorherigen Diskussion festhalten, dass Hamburg ein Stadtstaat ist, Schleswig-Holstein ist ein Flächenland. Herr Habersaat wollte nicht so gern darauf reagieren. Herr Habersaat, bevor Sie sicherlich gleich eine Zwischenfrage stellen: Sie haben natürlich vollkommen recht, auch Hamburg hat andere Herausforderungen als Schleswig-Holstein, und zum Teil sind das größere Herausforderungen. Aber gleichzeitig hat Schleswig-Holstein an anderer Stelle, weil es eben ein Flächenland ist, auch andere Herausforderungen als Hamburg, die zum Teil schwieriger sind. Ich finde, das gehört zur Wahrheit dazu. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

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