Martin Balasus
Deshalb Politik, oder was?) Glücklicherweise hat es dann trotzdem geklappt. Im Gegensatz zu anderen Studienfächern müssen Lehramtsstudierende in drei Studiengängen klarkommen. Man muss zu den Germanisten, um Deutschlehrer zu werden, zu den Historikern, um Geschichtslehrer zu werden, zu den Pädagogen, um hoffentlich auch den pädagogischen Anteil, der ger- (Martin Habersaat) ne größer sein könnte, zu studieren. Man muss sich aber in drei Welten zurechtfinden, und das ist von der Struktur her anders als die meisten anderen Studiengänge. Deshalb wäre ein Dach für diese Lehramtsstudiengänge so wichtig, und deshalb ist Mentoring hier so wichtig. Wir wissen, der Grad der wahrgenommenen Unterstützung wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden und eben auch auf den Verbleib in der Ausbildung aus. Auch Praktika sind ein hilfreiches Instrument. An der Universität Flensburg wurde die Erfahrung gemacht, dass viele Studierende es sehr hilfreich fanden, viele Praktika zu machen und früh im Studium orientiert zu werden. An der CAU gibt es diese Praxis in der Ausführlichkeit leider noch nicht. Daher unsere Forderung für das Studium: Mehr Praxisbezug, mehr Unterstützung und Mentoring, ein stärkerer Fokus auf Pädagogik und Bildungswissenschaft im Lehramtsstudium. Zum Referendariat würde ich nur einen Punkt gern ergänzen wollen. Ich glaube, wir können es uns nicht leisten, den Quer- und Seiteneinstieg so völlig offen und zufällig gestaltet zu haben. Die Landesregierung weiß momentan nicht, wie viele Vertretungslehrkräfte mit befristeten Verträgen an einem Quer- oder Seiteneinstieg interessiert sind. Sie glaubt, diese Kräfte nicht langfristig zu brauchen. Ich glaube, wir müssen diese Haltung noch einmal überdenken. Aus den Schulen hören wir jedenfalls eher nicht, dass da zu viele Lehrkräfte sind. Eher im Gegenteil. Teilweise hören wir da auch von Kräften, die sich bewährt haben und die verlässliche Zugänge haben sollten. Zur Berufseingangsphase: Der Sprung von zehn Stunden eigenverantwortlichem Unterricht im Referendariat zur vollen Stelle ist riesengroß. Die Zahl der zu gebenden Stunden wird mehr als verdoppelt. Die Zahl der zu unterrichtenden Kinder und Jugendlichen wird vervielfacht, und oft kommt erstmals mit Klassenleitung und Elterngesprächen und dergleichen ganz viel dazu. Das braucht Unterstützung, und das braucht strukturierte Unterstützung. Heute bestellen Sie bei der Landesregierung eigentlich nur einen Kostenvoranschlag für Ihre Ideen. Es würde Sie nichts kosten, Herr Balasus, in den Kostenvoranschlag auch unsere Ideen mit einzubeziehen. Darum bitte ich Sie. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall SPD)
