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Malte Krüger

GRÜNE 12.05.2023 Sitzungen 20/27

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Krämer, Sie sagen immer „grüne GroKo“. Ich muss kurz einmal etwas dazu sagen. Ich bin von Hause aus Politikwissenschaftler und korrigiere gerade eine Bachelorarbeit zum Thema Koalitionstheorien. Ehrlich gesagt, finde ich, (Malte Krüger) dass Sie uns mit dem Begriff größer machen, als wir sind. Wir sind schon eine große Fraktion. Wir sind auch gewachsen. Wir wollen auch weiter wachsen. (Zuruf Beate Raudies [SPD]) Aber davon, dass wir so eine Große Koalition sind, wie wir das von früher mit SPD und CDU kennen, sind wir noch etwas entfernt. (Zuruf Beate Raudies [SPD]) Vielleicht ist das auch Wunschdenken von der FDP. Von daher hoffen wir, dass das zukünftig kommt. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU – Zuruf Beate Raudies [SPD]) – Ich habe doch gar nicht die SPD kritisiert. Ist doch alles gut. Ich habe doch nur etwas zur grünen GroKo gesagt. Wir beruhigen uns mal wieder! (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Verbindlichen Schwimmunterricht in Schulen sicherstellen – dazu haben wir im September 2022 schon einmal debattiert. Das Thema liegt uns allen am Herzen. Im Koalitionsvertrag haben wir festgehalten: Jedes Kind muss schwimmen lernen, und zwar bis zum Ende der Grundschulzeit. Bereits 2020/21 hat die Jamaikakoalition die Schwimmlern-Offensive gestartet. An Schwimmkursen haben fast 10.000 Kinder teilgenommen. Wir arbeiten daran, weitere Schwimmkurse zur Verfügung zu stellen. Gerade bei uns im Land zwischen den Meeren – das wurde schon oft gesagt – ist Schwimmen eben eine wichtige Fähigkeit, um Badeunfälle, so gut es geht, zu vermeiden. Da sind wir uns alle einig. Daher ist es wichtig, die Schwimmlern-Offensive fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Auch wir sind davon überzeugt, dass sich im Rahmen des Runden Tisches mit der Beteiligung von DLRG, der Wasserwacht, den Sportverbänden, Betreiberinnen und Betreibern von Schwimmstätten und weiteren Organisationen und Verbänden bestmöglich Maßnahmen entwickeln lassen, mit denen wir dann auch eine Schwimmlern-Offensive noch weiter ausgestalten können. Dieser Vorschlag wird bereits umgesetzt. Das Innenministerium lädt gemeinsam mit dem Bildungsministerium zu landesweiten Runden Tischen ein. Auch die Kreise werden eigenständige Austauschformate mit externen Partnern organisieren. Es ist absolut notwendig und sinnvoll, dass wir alle beteiligten Akteure mit den Schulen vernetzen, um die Schwimmangebote im Land weiterzuentwickeln. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Der Runde Tisch Schwimmen wird in jedem Fall fortgesetzt. Einen Wasserflächen-Kataster halten wir auch für sinnvoll. Das Innenministerium hat im Rahmen des Zukunftsplans Sport in Schleswig-Holstein die Planung dazu bereits aufgenommen und ist im Austausch mit den beteiligten Organisationen. Dem Innenministerium liegen bereits Daten zu sämtlichen Schwimmstätten und Lernschwimmstätten vor. Diese Daten basieren auf Erfassung des Statistischen Bundesamtes und berücksichtigen Freibäder, Hallenbäder und Naturbäder, in denen Schwimmunterricht angeboten wird. In Zukunft werden auch alle Schwimmflächen erfasst, die bisher keine Kurse anbieten. So haben wir die Möglichkeit, das Angebot an Schwimmunterricht gezielt auszubauen. Sie fordern ein Konzept zur Wassergewöhnung in der Kita. Ich finde Wassergewöhnung grundsätzlich wichtig und notwendig. Im Zukunfts- und Sportland Schleswig-Holstein wird das Thema Wassergewöhnung in der frühkindlichen Bildung explizit berücksichtigt. Im Plan ist ausdrücklich festgeschrieben, wie wichtig eine frühe Wassergewöhnung ist und dass die Landesregierung diese bei Bedarf unterstützt. Und, ja, auch ich sehe das Problem: Schwimmbäder sind nicht immer in erreichbarer Nähe. Gerade Kommunen in der Nähe zur Kreisgrenze haben unter bestimmten Umständen ein Problem, weil das nächste Schwimmbad im anderen Kreis keine Kapazitäten abgeben will. Wenn wir in dieser Debatte ehrlich wären, hieße das, neue Schwimmbäder zu bauen. (Vereinzelter Beifall SPD – Beate Raudies [SPD]: So ist das!) Ob Kinder in der Grundschule schwimmen lernen, soll nicht davon abhängig sein, ob sie in den Städten oder auf dem Land leben. Aber wie – jetzt komme ich zu dem Punkt – sollen diese Kosten getragen werden? Immer noch sind wir mitten in einer Energiekrise. Das habe ich im September schon gesagt. Wir sind froh, dass viele Sportvereine trotz steigender Energiekosten ihr Angebot aufrechterhalten können. Da hilft auch der Härtefallfonds in Höhe von 20 Millionen Euro. Trotzdem müssen Schwimmbäder in Schleswig-Holstein durch Absenkung der Wassertemperaturen oder kürzere Öff-2056 Schleswig-Holsteinischer (Malte Krüger) nungszeiten seit Monaten Energie sparen. Heute hat allerdings das Innenministerium – da bin ich dem Innenministerium sehr dankbar – verlauten lassen, dass die Sanierung von kommunalen Sportstätten mit 7,5 Millionen Euro unterstützt wird. Das sind 56 Projekte. Das sind nicht alles Schwimmbäder, aber es sind welche dabei. Das ist doch schon einmal etwas. Wir müssen uns jetzt auf umsetzbare Maßnahmen konzentrieren. Wir müssen uns jetzt auf Maßnahmen konzentrieren, die Priorität haben. Wir werden unsere Schwimmlern-Offensive fortsetzen. Dabei hat für uns Priorität, Möglichkeiten für eine fundierte Ausbildung zu schaffen, um mehr Lehrkräfte als bisher für die Schwimmausbildung zu qualifizieren, denn qualifizierte Lehrkräfte sind die wichtigste Voraussetzung, um Kindern einen qualitativ hochwertigen Schwimmunterricht zu ermöglichen. Ich bekomme von einigen Vertretungslehrkräften zu hören, dass sie keine Schwimmlehrbefähigung machen dürfen, weil es nicht ausreichend Kapazitäten in den Kursen gibt. Das darf natürlich nicht sein. Wir müssen all unseren Lehrkräften, egal ob Vertretungslehrkraft oder beamtete Lehrkraft mit zehn Jahren Berufserfahrung, die Möglichkeit zur Fortbildung geben. Ich halte fest: Schwimmen lernen ist und bleibt uns allen ein wichtiges Anliegen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)

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