Martin Habersaat
Ich verstehe, dass manche Maßnahmen aufeinander aufbauen und deswegen manches kurz-, mittel- und langfristig sein muss. Aber was hindert Sie daran, heute jeder Kita dauerhaft eine Helfende Hand zu ermöglichen? – Das Geld. Wir haben die Herausforderung, dass wir nicht genügend Personal für die bestehenden Gruppen haben. Deswegen investieren wir jetzt in Ausbildungskapazitäten. Deswegen habe ich Ihnen erzählt, dass wir dieses Jahr 5 Millionen Euro reinstecken und in den nächsten Jahren strukturell 10 Millionen Euro. Ziel muss sein, dass wir keine Gruppen haben, wo der Fachkraft-Kind-Schlüssel nicht erfüllt ist. Was wir gemeinsam teilen, ist doch, dass wir in jeder Gruppe genügend Fachkräfte haben müssen. Deswegen investieren wir im ersten Schritt, um mehr Ausbildung zu schaffen und mehr Fachkräfte im System zu haben. Wenn wir an dem glücklichen Moment sind, dass wir genügend Fachkräfte haben, dann investieren wir mehr Mittel, um on top zusätzliche Kräfte zu haben. By the way, es ist heute nicht verboten, Helfende Hände reinzupacken. Bloß hat man dafür keine Mittel aus dem SQKM, wie es gerade bei „abgesenkten“ Gruppen der Fall ist. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Liebe Kollegen und Kolleginnen, ich möchte noch einmal deutlich machen, dass wir vor einer riesengroßen Herausforderung stehen. Das ist schlichtweg so. Wir haben in wenigen Wochen die Jugend- und Familienministerinnen und -ministerkonferenz. Auf mein Anraten sprechen wir über die unterschiedlichen Strategien, die wir in den Bundesländern mit Blick auf den Fachkräftemangel haben, weil wir voneinander lernen und uns angucken können, welche Maßnahmen in anderen Bundesländern funktionieren. Ich habe es in meiner Rede gesagt: Natürlich blickt man auf andere Bundesländer und andere Regionen, um sich anzuschauen, wie die mit der Situation umgehen. Wir haben einen Riesenbedarf, wir haben große Herausforderungen, aber wir schauen nicht zu, sondern sind im Austausch mit denjenigen, die davon betroffen sind, und bemühen uns, möglichst schnell Lösungen zu finden. Ich bin mir darüber im Klaren, dass die Herausforderungen in den Kitas und auch bei den Eltern und den Kommunen riesengroß sind. Deswegen rücken wir nicht von dem Prinzip ab, dass wir Qualität weiter nach vorn stellen werden, dass wir Eltern entlasten werden und dass wir die Kommunen unterstützen werden. Dabei bleiben wir, das werden wir auch in Zukunft tun. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU)
