Manfred Uekermann
Sehr geehrte Landtagspräsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe mich zu Wort gemeldet. Ich bin Sylter. Ich bin auch Nordfriese. Ich kenne das Gebäude, das nicht mehr existiert. Ich bin auch Gast in diesem Gebäude gewesen. Hier gibt es wirklich Beratungsbedarf. Ich finde es gut, dass wir das hier heute diskutieren. Richtig ist: Das Gebäude war über 200 Jahre alt. Das Gebäude hatte etliche Veränderungen auch in der Bausubstanz. Das muss man ehrlicherweise zugeben. Nichtsdestotrotz stört uns – das kann eigentlich nicht angehen –, dass eine Person, die das Gebäude als Investor gekauft hat, gar nicht zulassen wollte, dass eine Überprüfung vorgenommen wird. Von der Gemeinde war eine Gemeinderatssitzung anberaumt, in der man sich einig gewesen ist. Das Gebäude war auch in die Erhaltungssatzung aufgenommen. Es war aber auch ganz eindeutig so – so ist es berichtet worden –: Das Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz. Die Gemeindevertretung hatte aber beschlossen und einen Antrag formuliert, das Gebäude von der Denkmalschutzbehörde des Landes überprüfen zu lassen. Dazu ist es nicht gekommen. Das ist das, was man einmal vorbringen und sehen sollte. Man wollte nämlich gar nicht, dass das Gebäude überprüft wird. Wenn man weiß, dass die Strafe für Ordnungswidrigkeiten nur bei einem Maximum von, ich glaube, 30.000 Euro oder so etwas liegen, könnte man überspitzt sagen, dass das gleichzusetzen ist mit dem Wert von einem Quadratmeter Grund und Boden in Kampen. Von daher weiß man das vielleicht einzuordnen. Darin liegt das Problem an der Westküste. Wir haben touristische Hochburgen, für die wir das eine oder andere noch überdenken müssen. Es ist nicht das einzige Objekt, das wir auf Sylt haben. Schauen wir uns einmal Rantum an, Rantum Inge oder Keitum! Der Kreis Nordfriesland hat eine Riesenaufgabe, für die Kulturdenkmale, die wir haben, den Schutz zu bewerkstelligen. Es gibt aber auch den anderen Part, der heute von der FDP zu Wort gekommen ist. Den kenne ich auch. Es gibt Bereiche, bei denen Private, die nicht gerade Millionäre sind, mitgenommen werden müssen, wenn es darum geht, etwas zu erhalten, was für die Allgemeinheit und die Öffentlichkeit ist. (Beifall FDP und Anette Röttger [CDU]) Ich kann beide Seiten nachvollziehen. Es kann aber nicht sein, dass am Freitagnachmittag – das ist schon merkwürdig, dass man am Freitagnachmittag Handwerker kriegt; aber da war es so – auf einmal ein Bagger anrollt. Jeder dachte, es wird eine Baustelle eingerichtet. Aber am Sonntag war das Haus schon abgerissen. Das ist schon bemerkenswert. Sieht man so etwas, hat man schon das Gefühl, dass man es gar nicht erst dazu kommen lassen wollte, dass eine Regelung getroffen wird. Das kann es nicht sein. Ich sehe hier Handlungsbedarf. Ich finde es gut, dass wir darüber diskutieren und uns im Ausschuss auf eine vernünftige Regelung verständigen und darauf, wie wir damit umgehen. – Vielen Dank, dass Sie mir zugehört haben. (Beifall)
