Anette Röttger
Ich möchte lieber fortfahren. – Mit Blick auf die weiterhin anstehenden großen finanziellen Herausforderungen für die öffentlichen Haushalte, (Zuruf Martin Habersaat [SPD]) die mit der Entwicklung hin zum Ganztag an Schule einhergehen werden – dafür haben wir vom Land bereits im laufenden Schuljahr 14,7 Millionen Euro eingesetzt –, möchte ich bei Schülerinnen und Schülern und bei den Elternhäusern an dieser (Anette Röttger) Stelle aber ausdrücklich auch für eine strenge Ausgabendisziplin (Lachen Beate Raudies [SPD]) und für ein gelebtes nachhaltiges Handeln in allen Bereichen der Lernmittel werben. Ich möchte dazu an dieser Stelle drei Beispiele anführen. Als Erstes die Grundausstattung. War es während meiner Schulzeit in den 70er-Jahren noch undenkbar, dass der Ranzen bereits vor Ende der Grundschulzeit ausgedient hatte, gibt es heute vielfach schon in der dritten Klasse ein zweites, neues Modell, weil es modisch besser passt, und ich frage: Ist das denn wirklich nötig? Zweiter Punkt: Sportkleidung. Als ich kürzlich einen Blick in eine große Fundkiste in der Eingangshalle einer Schule geworfen habe, habe ich mich gefragt, warum eigentlich niemand eines dieser vielen Dinge vermisst. Da lagen nicht nur Mützen, sondern auch hochwertige Jacken und teure Sportkleidung. (Zuruf Annabell Krämer [FDP] – Beate Raudies [SPD]: Ja, die Eltern sind schuld, das war doch immer so!) Punkt 3: die Verpflegung. Wenn ich einen Auszubildenden morgens beim Bäcker an der Kasse treffe und er bereit ist, für ein Frühstück dort zehn Euro auszugeben, frage ich mich, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, sich zu Hause Schulbrote vorzubereiten und die Trinkflasche zu füllen. (Dr. Heiner Garg [FDP]: In welchem Jahrhundert leben Sie eigentlich? – Beate Raudies [SPD]: Genau, zurück ins 19. Jahrhundert, so ist das!) Wir müssen in dieser Zeit, in der es um Nachhaltigkeit geht, auch Nachhaltigkeit leben. (Beate Raudies [SPD]: Mama steht zu Hause und schmiert das Brot!) Ich ermuntere dazu, dass wir uns über diese Fragestellung ernsthaft Gedanken machen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Unruhe) Es gibt viele Schülerinnen und Schüler, und es gibt viele Eltern, die sich für die Schule und für die Bildung unserer Kinder engagieren und die Schule stetig weiterentwickeln zu einem Ort, an dem man gut und gerne lernt. Das verdient Wertschätzung und Anerkennung. Alle müssen mithelfen. (Beifall Eka von Kalben [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Ich schließe mit einem alten Sprichwort: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. (Serpil Midyatli [SPD]: Aber keine CDU! –
