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Karin Prien

23.02.2023 Sitzungen 20/20

Nein, ich würde gern fortfahren. – Dann würde ich Sie gern auch noch darauf hinweisen, dass wir in der letzten Legislatur die Schulleitungsentlastungsstunden bereits auf den Weg gebracht haben. Wir haben genau zu diesem Zweck den Schulen über 140 Stellen zusätzlich zur Verfügung gestellt. Aber das nur am Rande. Sicherlich kann man sich da immer noch mehr wünschen. Ich bin die Letzte, die das den Schulleitungen oder Schulen nicht gönnen würde. Davon können Sie ausgehen, meine Damen und Herren. Trotzdem glaube ich, dass wir hier kreativere Lösungen brauchen. Wir arbeiten auch an kreativeren Lösungen. Ich will Ihnen nur einen Aspekt nennen: Der Thüringer Professor für Sozialpädagogik, Roland Merten, hat in der vergangenen Woche in einer Studie darauf hingewiesen, dass in Thüringen jede fünfte Lehrerstelle für Aktivitäten außerhalb des Unterrichts genutzt wird. Ich will nur darauf hinweisen: Entlastungsstunden brauchen wir in unserem System, keine Frage; aber ich glaube, das Verhältnis von Stunden, die der Entlastung und anderen Aufgaben dienen, und Stunden für den Unterricht – die guten Lehrkräfte setzen wir im Unterricht ein – muss in Balance bleiben. Wir setzen inzwischen rund 400 Seniorlehrkräfte an unseren Schulen ein, unter anderem dafür, dass sie jüngere Kolleginnen und Kollegen betreuen. Ich finde den Ansatz völlig richtig. Wir werden ihn weiterverfolgen. Ich glaube, man kann hier noch viel mehr tun. Man kann auch die Masterstudierenden, die wir in den Schulen einsetzen, über die Hochschulen besser betreuen. Das werden wir in der nächsten Woche gemeinsam mit der Allianz für Lehrkräftebildung noch einmal etwas detaillierter vortragen. Trotzdem glaube ich, wir brauchen insgesamt eine große Anstrengung, um Lehrkräfte von bürokratischen Belastungen zu entlasten. Entlastung ist wichtig. Wir werden deshalb mit den Gewerkschaften und Verbänden gemeinsam überlegen, an welchen Stellen wir für Entlastungen sorgen können. (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Danke schön. – Ich will heute eines sehr deutlich sagen, auch in Richtung der Gewerkschaften: Wir werden dieses Problem des Lehrkräftemangels nicht einseitig auf dem Rücken der Lehrkräfte lösen können. Das heißt auch, dass natürlich ein Mehr an Arbeit und ein Mehr an Arbeitszeit für Lehrkräfte nicht die Lösung des Problems sind. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SSW und vereinzelt SPD) Da gibt es überhaupt keinen Dissens. Deshalb werden wir alle Maßnahmen, die in dieser Hinsicht problematisch sind, bevor wir sie im Juni im zweiten Paket vorstellen, mit den Gewerkschaften und Verbänden diskutieren, und wir werden versuchen, zu einer gemeinsamen und einvernehmlichen Lösung zu kommen. Mir ist wichtig, das hier heute zu betonen. Das kann man nicht mit der Brechstange machen, sondern das muss man in einem guten Miteinander machen. Das werden wir auch tun. Ein erster Schritt wird sein, dass wir unser Februarpaket im Vorwege mit den Gewerkschaften und Verbänden erörtern werden; in den nächsten Tagen werden wir es auch mit den Eltern sowie den Schülerinnen und Schülern erörtern, damit wir für Schleswig-Holstein insgesamt Pakete auf den Weg bringen, die in einem möglichst großen Konsens realisiert werden können. Das ist meiner Meinung nach der einzige Weg, mit dem man das wirklich gut umsetzen kann. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt SSW)

Protokoll ↗