Karin Prien
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, die Entlastung von Lehrkräften, die Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs, ist ohne jeden Zweifel einer von mehreren wichtigen Aspekten, wenn wir über das große Thema der ausreichenden Gewinnung von Fachkräften für Schule sprechen. Darüber waren wir uns ja einig, dass das ein großes Thema ist. Deshalb haben wir das in der letzten Sitzung umfassend erörtert, und Sie haben uns alle miteinander den Auftrag erteilt, dass wir die Attraktivierung des Lehrberufs und die Entlastung von Lehrkräften bei unseren konzeptionellen Überlegungen mit berücksichtigen. Das hätten wir auch ohne den Hinweis getan, aber wir nehmen das sehr ernst. Ich glaube auch, dass das tatsächlich ein ganz wichtiger Aspekt ist. Ich kann Ihnen sagen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ministerium haben Sie beklatscht, Frau Waldinger-Thiering. Sie haben gesagt: Lasst uns doch bitte einmal ein paar Wochen in Ruhe arbeiten! – Sei es drum, wir diskutieren das heute noch einmal. Das machen wir auch in jeder Sitzung, wenn Sie das wünschen, gar keine Frage. Trotzdem will ich Sie darauf hinweisen, wie wir jetzt weiter vorgehen. Wir werden am kommenden Dienstag unser Februarpaket, das erste Paket, vorlegen. Wir hatten ja angekündigt, dass wir im Sommer ein zweites und im Winter ein drittes Paket vorstellen. Warum ist das so? – Weil wir das immer parallel mit den anderen Bundesländern, mit den Gutachten, die uns die Ständige Wissenschaftliche Kommission im weiteren Verlauf vorlegen wird, aber auch mit den Beratungen und Empfehlungen unserer Allianz für Lehrkräftebildung abstimmen wollen und müssen. Deshalb diese stufenweise Vorgehensweise. Ich glaube, dass es richtig ist, dieses große Problem in seiner Mehrdimensionalität zu beraten. Das habe ich heute verschiedentlich gehört. Vor allem ist es wichtig, den Blick auf die Frage zu lenken: Wie können wir nicht immer nur sagen, wir brauchen mehr Lehrkräfte, sondern sehen, wie wir auf der Angebotsseite an den Hochschulen dafür Sorge tragen können, dass die, die mit dem Studium beginnen, ihr Studium auch tatsächlich zu Ende bringen und in den Lehrkräfteberuf gehen? – Es ist ein ganz zentraler Aspekt, dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen, die sich für diesen Beruf entscheiden, die Ausbildung abschließen. Ich sage einmal, bis vor Kurzem haben sich sehr viele Menschen für den Lehrerberuf entschieden. Ich fürchte, dass wir jetzt anfangen, den Lehrerberuf gemeinsam kaputtzureden, und das ist wirklich eine große Gefahr, der wir widerstehen sollten. Zu den Forderungen will ich einige wenige Worte sagen. Die Zahlen wurden ausgetauscht. Unsere Zahlen sind noch ein bisschen anders. Wenn wir die Entlastung der Klassenlehrer für alle Schularten auf den Weg brächten, dann wären wir bei 420 Stellen. Wenn wir dann die Schulleitungen noch entlasteten, wie Sie das vorgeschlagen haben, dann wären das zusätzliche 60 Stellen. Dann wären wir bei zusätzlichen 480 Stellen, zusätzlich zu den 776 Stellen, die wir ohnehin schon im Haushalt haben. Ich meine, als Opposition darf man sich alles wünschen. Das ist vollkommen in Ordnung, aber Sie wissen natürlich auch, dass wir es gar nicht hinkriegen würden, so viele Lehrkräfte zu rekrutieren. Deshalb ist dieser Vorschlag einfach eine Scheinlösung. Meine Damen und Herren, das wird dem Problem einfach nicht gerecht. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SSW – Wortmeldung Martin Habersaat [SPD])
