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Annabell Krämer

FDP 23.02.2023 Sitzungen 20/20

Herr Kollege, Sie kommen aus dem Kreis Steinburg. Dann sollten Sie wissen, dass dort der größte Akteur am Markt – Tönnies –, von dem Sie befürchten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ihm hinwandern könnten, bereits videoüberwachen lässt. Das ist Ihnen doch bekannt, oder? – Auch das kann ich Ihnen gut begründen. Herr Tönnies hat über den zuständigen Mitarbeiter, der im Umwelt- und Agrarausschuss vorgetragen hat, (Heiner Rickers) zugegeben, dass es einfacher ist, das Einverständnis von Menschen, die nicht aus der Region stammen und dort arbeiten, einzuholen, ständig und vor allem beim Tötungsvorgang und beim Umgang mit noch lebendem Vieh gefilmt zu werden. Das werden Sie in einem kleinen Ort, in dem Menschen einen kleinen Schlachtereibetrieb handwerklicher Art betreiben, in dem jeder weiß, wer dort arbeitet, und in dem sich die Menschen persönlich kennen, garantiert nicht umsetzen können, weil das nicht auf Zustimmung bei den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stößt. (Beifall CDU) Das ist ein Problem, Frau Krämer. Wenn wir das lösen können, dann sind wir sofort dabei. Wenn das Schlachthandwerk sagt: „Das ist eine gute Idee, die Kostenstruktur ist in Ordnung, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stimmen zu, der Datenschutz ist gewährleistet und wir machen das zusätzlich zur amtlichen Kontrolle“, dann sind wir die Letzten, die diese Idee nicht auch gut finden. (Beifall CDU) Lassen Sie mich noch zwei Dinge sagen: Kurze Transportwege für Lebendvieh sind für den Tierschutz und für das Tierwohl wichtig. Da sind wir uns alle einig. Das wollen wir alle. Deswegen müssen wir regionale Strukturen nicht nur wiederbeleben, neu schaffen und unterstützen, sondern wir müssen auch darüber nachdenken, ob wir nicht auch mit mobilen Schlachtanlagen, die weit entfernt für die regionale Versorgung und Verarbeitung vor Ort Möglichkeiten schaffen, Tiere auf dem Hof stressfrei und kostensparend töten und verarbeiten, also schlachten, können. Darüber sollten wir nachdenken. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir sollten den Tieren das Leben nicht noch schwerer machen. Ein weiteres Problem in der gesamten Nutztierhaltung haben wir noch nicht richtig diskutiert. Auch das sollten wir noch einmal machen.

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