Andreas Hein
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Etwa die Hälfte unseres Gesamtenergiebedarfs benötigen wir für die Wärmeerzeugung. Das Schlimme ist: Etwa 70 Prozent importieren wir in Form von Öl und Gas. Das zeigt, wie groß die Herausforderung ist, die Wärmeerzeugung klimaneutral umzubauen. Das Gute dabei ist: Wir haben es längst erkannt und arbeiten an Lösungen. Wenn Sie jetzt so oft angesprochen sind: Es ist gut, dass die Mitarbeiter der Firma Vestas auch ihren Beitrag dazu leisten. Im Energiewende- und Klimaschutzgesetz haben wir festgelegt, dass beim Austausch oder nachträglichen Einbau von Heizungsanlagen in älteren Gebäuden mindestens 15 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken sind. Die Bundesregierung geht noch einen Schritt weiter. Sie möchte, dass wir diesen Wert ab 2025 auf 65 Prozent anheben. Während es also in Neubauten oftmals leichter ist, eine entsprechende Wärmeversorgung einzuplanen, ist es in bestehenden Gebäuden doch so, dass es gleichermaßen anspruchsvoll wie vielfältig ist. Nun ist im Energiewende- und Klimaschutzgesetz bereits verankert, dass sich zunächst die größeren Kommunen und dann die nachfolgenden um eine erneuerbare Energieversorgung kümmern und eben eine Wärmeplanung erstellen. Dabei geht es darum, die Möglichkeiten, Potenziale und die Erstellung eines Gesamtkonzeptes für eine klimaneutrale Wärmeversorgung voranzubringen. Um dies zu ermöglichen und die Kommunen dabei zu unterstützen, beantragen wir ein Kompetenzzentrum für eine klimaneutrale Wärmeversorgung. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Kompetenzzentrum unterstützt die Kommunen, aber auch die privaten Akteure bei ihren Aufgaben und bildet zudem eine Schnittstelle zum Kompetenzzentrum für die kommunale Wärmewende des Bundes. Wir möchten, dass das Kompetenzzentrum möglichst schnell einsatzfähig wird. Deshalb regen wir an, dass dies innerhalb vorhandener Strukturen entsteht. Dabei sind viele Themen zu beachten, wie natürlich die Wärmeplanung selbst in Quartieren oder Stadtteilen, eben Stadtteil- oder Quartierskonzepte, das Einbeziehen vorhandener Wärmequellen aus nicht vermeidbarer Abwärme aus Gewerbe oder Industrie oder erneuerbaren Energien, aus Biogasanlagen und vieles mehr. Weiter geht es darum, Flächen, Orte und Trassen für Erzeugungsanlagen, für Speicher, Leitungen und vieles mehr zu finden. Das Schaffen (Andreas Hein) von Wärmenetzen wird dabei eine große Aufgabe bilden. Daher haben wir bereits ergänzend zu den Bundesprogrammen ein Förderprogramm dafür auf den Weg gebracht. Zusätzlich fördern wir im Rahmen des Förderprogramms „Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger“ den Anschluss an das Wärmenetz, aber auch wahlweise da, vielleicht bei Neubauten oder wo es auch so nicht sinnvoll ist, das Installieren von Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder Solarkollektorenanlagen. Die Aufgabe hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung ist gewaltig. Und weil es so ist, haben wir damit begonnen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Der nächste Schritt hin zur Erreichung des Ziels ist das Kompetenzzentrums für eine klimaneutrale Wärmeerzeugung. Das ist jetzt genau der richtige Weg, um unsere Kommunen und privaten Akteure maßgeblich zu unterstützen. – Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und bitte um Zustimmung zu diesem Antrag. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
