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Beate Raudies

25.01.2023 Sitzungen 20/16

Dann erteile ich jetzt – denn Dreiminutenbeiträge habe ich nicht gesehen – für die Landesregierung das Wort dem Minister für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz, Werner Schwarz. Werner Schwarz, Minister für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Um mich über die aktuelle Situation in unseren Tierheimen zu informieren und mich zum Thema Tierwohl auszutauschen, habe ich im Dezember den Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Schleswig-Holstein, sowie den Landestierschutzverband Schleswig-Holstein zu einem Gespräch eingeladen. Auch hier wurde die Problematik des Online-Tierhandels deutlich. Der durch die Coronapandemie ausgelöste Haustierboom hat 2020 einen dramatischen Aufschwung erfahren, und hierzu haben gerade Onlineplattformen beigetragen. Es können schnell und ohne Abfrage der eigenen Lebenssituation Tiere erworben werden. Vor allem für Welpen sind immer öfter illegale Kaufangebote im Internet zu finden. Das Problem dabei ist: Diese Tiere sind häufig zu jung, geschwächt, nicht geimpft und auch unzureichend sozialisiert. Was viele nicht wissen: Für den Kauf von Hunden und Welpen gibt es gewisse Kriterien, um sicherzustellen, dass das Tier aus einer guten Umgebung kommt und sich gut bei den neuen Besitzerinnen und Besitzern eingliedern kann. Viele Tiere aus illegalem Welpenhandel werden unter schlechten Bedingungen gezüchtet. Hiervon ist allerdings auf den gezeigten Fotos in den Onlineplattformen nichts zu sehen. Die Welpen werden möglichst ansprechend und niedlich präsentiert. Meist sind sie viel zu jung, um schon von der Hündin getrennt zu werden. Aufgrund der schlechten Aufzucht und der frühen Trennung sind sie häufig krank und entwickeln im späteren Leben Verhaltensstörungen. Begleitpapiere sind vielfach gefälscht. Da der illegale Welpenhandel in der Regel über Online-Kleinanzeigenportale erfolgt, ist es nicht immer leicht, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Meine Damen und Herren, ich denke, dass wir uns alle einig sind, dass das so nicht hingenommen werden darf. Der illegale Handel muss gestoppt werden. Tiere sind nicht irgendeine Ware. Nur tierschutzrechtlich zugelassene und kontrollierte Züchterinnen und Züchter oder Einrichtungen, die einer Überwachung durch die Tierschutzbehörden unterliegen, sollen Hundewelpen online anbieten dürfen. Wir setzen uns als Landesregierung daher für einheitliche und verbindliche Regeln für den Onlinehandel ein. Ich nehme die Anregungen aus den Redebeiträgen der Abgeordneten gern auf, darauf auch im Bundesrat nochmal verstärkt hinzuwirken. Die Europäische Kommission hat den Mitgliedstaaten einen koordinierten Kontrollplan „Illegaler Handel mit Hunden und Katzen“ zur freiwilligen Teilnahme vorgeschlagen. Ziel dieses Kontrollplans ist die europaweit verstärkte Kontrolle des Handels mit Hunden und Katzen. Es gilt, Unregelmäßigkeiten und Verstöße zu erkennen und gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedstaaten zu verhindern. Schleswig-Holstein beteiligt sich an diesem freiwilligen Projekt. Ungeachtet aller bisherigen Bemühungen stelle ich fest, dass die Marktsituation des Onlinehandels in Deutschland für den Kunden völlig unübersichtlich ist. Es lässt sich hier eine vergleichbare Situation feststellen wie im Bereich des Onlinehandels mit Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika. In die- (Minister Werner Schwarz) sem Bereich wurde für die Überwachung des Internethandels eine zentrale Recherchestelle eingerichtet, mit deren Hilfe Transparenz für den Kunden geschaffen wird. Dieser Weg könnte auch für den Online-Tierhandel vorstellbar sein. Meine Damen und Herren, jeder Einzelne von uns kann heute schon etwas tun, um illegalen Welpenhandel zu stoppen und so Tierleid zu verhindern, indem wir bei der Anschaffung von Tieren auf tierschutzgerechte Aufzucht achten und in unserem Umfeld auf die Thematik hinweisen. Eine Anschaffung sollte reichlich überlegt sein. Zudem wiese ich an dieser Stelle noch einmal auf unsere lokalen Tierheime hin, die eine wichtige Arbeit leisten und in denen viele Hunde und Katzen auch auf eine zweite Chance warten. Ich sage ergänzend zu der Aussage der Abgeordneten Krämer: Wir sind als Ministerium dabei, eine neue Förderrichtlinie – ich habe sie heute gerade unterschrieben – für investive Maßnahmen (Zuruf Annabell Krämer [FDP]) – einen Moment! – in Bezug auf Energiesparen und zusätzlich eine Winterhilfe zu installieren, damit ein Teil der Kosten aus der derzeitigen Situation übernommen werden kann. Viel mehr ist leider an Mitteln nicht da. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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