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Dirk Kock-Rohwer

GRÜNE 25.01.2023 Sitzungen 20/16

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Unsere Tierheime melden Notstand. Sie quellen förmlich über, weil sich immer mehr Hunde, Katzen und andere Heimtiere dort ansammeln, die von ihren Besitzerinnen und Besitzern ausgesetzt oder dort abgegeben wurden. Oftmals ist dies das Resultat eines unüberlegten Kaufes auf Basis unzureichender Informationen. Die Anschaffung eines Haustieres bedeutet auch die Übernahme von Verantwortung; von Spontankäufen ist daher dringend abzuraten. Diese unüberlegten Spontankäufe werden häufig durch Angebote im Internet ausgelöst. Wer kann schon dem Blick eines süßen, hilflosen Hundebabys widerstehen! Aber ein Lebewesen ist kein Wegwerfartikel. Die Haltung erfordert Zeit, Aufmerksamkeit, Sachkenntnis, und zwar für die gesamte Lebensspanne des neuen Hausgenossen. Ein Haustier verursacht nicht nur Kosten für das Futter; wenn ein Tier erkrankt, kann die Rechnung für die medizinische Betreuung auch einmal unerwartet hoch ausfallen. Hohe Kosten für eine Behandlung sind aber nach dem Tierschutzrecht kein hinreichender Grund, ein Tier zu töten, solange eine Behandlung erfolgreich sein kann. Meine Damen und Herren, wir sind deshalb der Ansicht: Ein Handel mit Tieren über Plattformen im Internet, wo möglicherweise der Verkäufer anonym bleibt oder unter falschem Namen agiert, sollte unterbunden werden. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SPD und SSW) Solange dies noch nicht der Fall ist, kann ich an die Mitbürgerinnen und Mitbürger nur appellieren: Wenn Sie sich für die Anschaffung eines tierischen Mitbewohners entscheiden, prüfen Sie genau, woher das Tier kommt! Kaufen Sie auf keinen Fall auf Plattformen, wo der Verkäufer anonym bleibt! Achten Sie darauf, dass die Tiere geimpft, gechipt und alt genug sind! Häufig sind es gerade Welpen, die zu früh von der Mutter wegkamen, die lange Transporte hinter sich haben oder die später hohe Tierarztkosten verursachen, weil sie nicht gesund sind, und dann haben Mensch und Tier darunter zu leiden. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, mit unserem Koalitionspartner haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart, uns für konsequente Unterbindung von illegalem Welpen-, Haus- und Wildtierhandel über Internetplattformen oder digitale Verkaufsbörsen sowie für eine generelle Regulierung dieser Tierbörsen einzusetzen. Die SPD hat mit ihrem Antrag den Finger genau in die Wunde gelegt. Wir unterstützen das Ansinnen gern und haben das auch in der Vergangenheit getan. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und Cornelia Schmachtenberg [CDU]) (Dirk Kock-Rohwer) Es gab zu diesem Thema auch in der Vergangenheit schon Bundesratsbeschlüsse – die Kollegin erwähnte es –, zuletzt 2019 und 2021. Nur wurden diese von der damaligen Bundesregierung nicht ausreichend umgesetzt. Deshalb ist es gut, dass das zuständige Bundesministerium dieses Thema nach meinen Informationen bereits auf dem Zettel hat und an entsprechenden Vorlagen arbeitet. Rückendeckung aus dem Bundesrat kann dabei nur hilfreich sein. Ich freue mich, dass bei diesem Thema offensichtlich große Einigkeit im Haus besteht. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SSW und Sandra Redmann [SPD])

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