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Martin Habersaat

SPD 25.01.2023 Sitzungen 20/16

Vielen Dank. – Sie sind im Bereich Landwirtschaft mehr Experte als ich. Im Koalitionsvertrag steht die Verdoppelung der Anzahl der Betriebe als Ziel. Wäre nicht eine Verdoppelung der Anzahl der Fläche ein genauso sinnvolles Ziel? Werner Schwarz, Minister für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz: Das ist mindestens ein ebenso sinnvolles Ziel. Der Abgeordnete Dirschauer hat das ja in seinem Beitrag gesagt. Wir sind bei der Fläche bei 6,4 Prozent und bei den Betrieben bei 7,4 Prozent. Im Koalitionsvertrag wurde aus Verhandlungsgründen, die mir fernliegen, eine Verdoppelung der Anzahl der Betriebe festgelegt. Tendenziell sind es eher die kleineren Betriebe, aber ich erlebe im Moment im Lande auch, dass sich große Betriebe mit der Frage befassen, den Ökolandbau als ihre Betriebsausrichtung zu entwickeln. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Martin Habersaat [SPD]: Vielen Dank!) Meine Damen und Herren, ohne den Abbau bestehender struktureller Defizite und ohne Erschließung neuer Absatzwege erscheint mir der anzustrebende Zuwachs der ökologisch wirtschaftenden Betriebe nicht sinnvoll, und kann er auch nicht nachhaltig sein. In anderem Zusammenhang habe ich die Situation am Markt der Bioprodukte als Kette beschrieben. Eine Kette kann man nicht schieben, eine Kette muss gezogen werden. Im letzten Jahr haben wir ein deutlich geringeres Umstellungsinteresse bei den landwirtschaftlichen Betrieben wahrgenommen. Grund dafür war die veränderte Erlössituation von ökologischen Produkten. Die Preisdifferenz zwischen ökologischen und konventionellen Produkten war deutlich geringer als in den Vorjahren. Diese herausfordernden Rahmenbedingungen möchte ich mit den Teilnehmern des Runden Tisches erörtern, um zu klären, ob und wie wir die Betriebe bei der Vermarktung unterstützen können. Vielleicht kann dabei auch die Einbindung der Außer-Haus-Verpflegung eine Möglichkeit sein. Bei Essen in Kantinen und der Großgastronomie, in Kitas und Schulen liegt der Anteil an Bioerzeugnissen deutlich unter dem durchschnittlichen Verbrauch. Es gibt bisher nur einige wenige Anbieter von Kitaund Schulmahlzeiten mit Biozertifizierung, obwohl deren Angebot nicht zwingend teurer sein muss. In der vergangenen Woche wurde auf der ACK über eine Aufnahme einer Kleinerzeugerregelung bei der Bio-Außer-Haus-Verpflegung gesprochen. Kleinen Erzeugerbetrieben sollte der Einstieg in die Bio-Außer-Haus-Vermarktung erleichtert werden. Der Bund ist nun aufgefordert, diese Möglichkeiten zu prüfen. Ungeachtet dessen geht es mir auch darum, gezielt Betriebe über zukunftweisende Möglichkeiten zu informieren. Wir haben deshalb hierfür zusätzliche Mittel im Haushalt angemeldet. Ich hoffe auf Ihre Zustimmung, um neue und ergänzende Absatzwege für den ökologischen Landbau zu schaffen. – Vielen Dank. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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