Thomas Losse-Müller
Herr Präsident! Ich bin dem Kollegen Buchholz sehr dankbar, dass er den Punkt noch einmal anspricht, denn wir haben da ein gemeinsames Verständnis. Uns geht es doch darum: Es gibt eine naive Form von Wandel durch Handel, die nicht anerkennt, dass es auf der anderen Seite Interessen gibt, die nicht gut für uns sind und die sich nicht dadurch erledigen, dass wir noch mehr Handel versuchen. Vielmehr müssen wir unsere Interessen klar haben und definieren und dann auch bereit sein, sie mit Maßnahmen zu unterlegen. Ich teile, dass es in den letzten 20 Jahren eine Auffassung von Handelspolitik gab, die genauso naiv war, die nämlich davon ausging, dass Wandel durch Handel passiert und wir dann auch noch unsere Menschenrechte durchsetzen können. Das ist auch falsch. Das ist eine ebenso naive Handelspolitik, weil sie davon ausgeht, dass wir so mächtig sind und eine so große Rolle spielen, dass wir einfach so – weil wir es wollen – unsere Werte durchsetzen. Worum es mir geht, ist Folgendes: Wir müssen beim Thema Resilienz jetzt darüber sprechen, dass wir eine andere und neue Form von Industriepolitik in Europa brauchen, weil es darum gehen wird, bestimmte Produktionsformen mit Anreizen – dazu gehört aber auch das Bauen von Gewerbegebieten – zu unterstützen, um Unternehmen hier anzusiedeln. Wir reden nicht über ein Northvolt, sondern über mindestens 20 Northvolts. (Lars Harms [SSW]: Autobahnen! – Serpil
