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Martin Balasus

CDU 14.12.2022 Sitzungen 20/13

Ja, ich glaube schon, dass man Veränderungen schaffen muss. Dazu komme ich nachher noch. Aber wenn Sie schon den Punkt ansprechen, dass Ergebnisse der Wissenschaft, Empfehlungen der Wissenschaft ignoriert werden, dann frage ich, warum Sie als SPD nicht zur Kenntnis nehmen, dass die Experten sagen, mehr Matheunterricht, das heißt, mehr Stunden? (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Martin Habersaat [SPD]: Das habe ich doch zitiert, Herr Balasus! Das habe ich sogar zitiert!) – Sie sind jetzt nicht dran. Ich würde jetzt weitersprechen, wenn ich darf. – Schön, okay. Viele weitere Ideen der Experten sind in SchleswigHolstein bereits in die Planung eingeflossen. Es soll mehr Überprüfungen geben; Schulleitungen sollen mehr Zeit für ihre Kernarbeit, also für die Schulentwicklung, haben – das war letztes Mal Thema hier im Plenum –, ferner werden wir direkt in der Kita WP) - 13. Sitzung (neu) - Mittwoch, 14. Dezember 2022 ansetzen, indem die Sprachförderung und die mathematischen Vorläuferfähigkeiten gestärkt werden, zum Beispiel (Beate Raudies [SPD]: Mit den Helfenden Händen!) durch Angebote wie „Haus der kleinen Forscher“. Nun steht heute ja besonders der Mathematikunterricht im Fokus. 21,9 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein haben in Mathematik den Mindeststandard verfehlt. Das ist zwar weniger als im Bundesschnitt und deutlich weniger als in Bremen, Berlin und Brandenburg, wo das Bildungsministerium in SPD-Hand ist, (Beate Raudies [SPD]: Aber schlechter als in Hamburg! Das gehört zur Geschichte dazu!) – nein, das würde ich an Ihrer Stelle noch einmal nachschauen –, dennoch ist natürlich diese Zahl viel zu hoch. Wir sollten uns also die Frage stellen: Woran liegt das? Bei Mathematik gibt es wenig Interpretationsspielraum. Entweder ist etwas richtig oder falsch. Da ist der Spielraum für Goodwill für die Lehrkraft relativ klein. Vieles baut aufeinander auf. Hinzukommt, dass Mathematik zu häufig fachfremd unterrichtet wird. Außerdem kommt noch hinzu, dass in unserer Gesellschaft ein zu negatives Bild von Mathematik vorherrscht. Der Satz: „Meine Eltern konnten schließlich auch kein Mathe!“, ist keine Seltenheit. Ich frage mich: Warum kokettiert man mit MatheDefiziten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das mit Defiziten in Deutsch ebenfalls tun würde. Das muss sich dringend ändern. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das schaffen wir, wenn wir genügend Zeit zum Lernen zur Verfügung stellen. Eine Stunde mehr Mathematikunterricht heißt effektiv mehr Zeit zum Lernen, zum Erklären, zum Wiederholen, und das nimmt Vorurteile und natürlich auch – liebe Opposition – tradierte Ängste. (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) In der Kritik stehen immer wieder die Lehr- und Lernmittel im Fach Mathematik. Zu häufig entsprechen sie nicht mehr dem methodischen oder didaktischen Stand der Zeit. (Beate Raudies [SPD]: Oh!) (Martin Balasus) Deshalb sollen Empfehlungen für Schulmaterialien erarbeitet werden, die wissenschaftlich fundiert sind. Moderne Lehr- oder Lernwerke sind gut, aber sie sind in meinen Augen nicht für die Qualität des Unterrichts entscheidend, sondern das ist vor allem die Lehrkraft. Deshalb muss vor allem hier angesetzt werden. Wir wollen eine Fortbildungspflicht auf den Weg bringen. Eine Fortbildungsoffensive für Mathematik könnte ein wesentlicher Baustein hin zu einem verstehensorientierten Unterricht sein. Das heißt in Mathematik kein bloßes Auswendiglernen, sondern der Fokus muss mehr auf Verständnis für die mathematischen Prozesse gelegt werden, die dahinterliegen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nun steht im Oppositionsantrag auch die Forderung nach mehr jahrgangs- oder mehr fächerübergreifendem Unterricht. Jahrgangsübergreifend ist häufig ein frommer Wunsch, das ist wenig praxistauglich. Fachübergreifend finde ich absolut sinnvoll. Dazu ein Beispiel, Klasse 3, Thema Getreide: In Mathematik könnte man die Gewichte einführen, die Schülerinnen und Schüler wiegen lassen, und in HSU könnte man das Korn mahlen oder Brot backen. Das ist in vielen Schulen auch schon gelebte Praxis. Daher habe ich auch das Beispiel. (Beifall Werner Kalinka [CDU])

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