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Nelly Waldeck

GRÜNE 14.12.2022 Sitzungen 20/13

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wie vorhin schon vonseiten der FDP ausgeführt wurde, müssen wir uns mit Problemen auseinandersetzen, die schon vor meiner Geburt hätten bewältigt werden können. (Beifall ganzes Haus) Dazu passen auch die Themen Klimaanpassung und Klimaschutz. In einer Talkshow vor einigen Wochen erklärte Markus Lanz, unsere gesamte Menschheitsgeschichte sei eine Geschichte der Anpassung. Wir müssten nur etwas optimistischer sein und mehr Zutrauen haben; die Menschheit würde das schon gebacken bekommen, wenn es ein paar Grad wärmer werde. Oft, wenn es um die Frage geht, wie ambitioniert wir Klimapolitik gestalten, geht es eben auch um die Frage, wie gut wir uns an die Erderwärmung anpassen können. Das Statement, ein paar Grad bekämen wir schon gebacken, hat zu Recht bei vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für große Empörung gesorgt. Noch nie seit der Geschichte der Menschheit hat sich die Erde so schnell erhitzt wie jetzt. Nach keiner der Eiszeiten mussten sich Flora und Fauna so schnell und drastisch anpassen. Bei vier Grad Erd-Sitzung (neu) - Mittwoch, 14. Dezember 2022 885 erwärmung ist die Frage eben nicht, wie wir uns anpassen können, sondern welche Teile des Planeten für Menschen noch bewohnbar bleiben. Daher ist und bleibt ambitionierter Klimaschutz günstiger und wirksamer als jede mögliche Klimaanpassung. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) In dieser Frage sind wir uns einig, liebe SPD: Die Schäden des Klimawandels werden uns doppelt und dreifach kosten. Das zeigen schon allein die 145 Milliarden Euro Schäden von Extremwetterereignissen in Deutschland durch die Klimakrise bis 2021. Das ist das 1,5-fache des jährlichen Bruttoinlandsprodukts von Schleswig-Holstein. Diese Summen sind milde im Vergleich zu dem, was an Klimaschäden noch auf uns zukommen wird. Es ist sinnvoll, jetzt in Klimaschutz zu investieren und Überschwemmungen, Dürre und Ernteausfälle präventiv zu verhindern, anstatt die deutlich teureren Folgen zu kompensieren. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und CDU) Darum starten wir bereits jetzt. Mit dem Notkredit reagieren wir nicht nur auf die akuten Folgen der Krise. Wir bringen die Wärmewende voran – im Privaten und in den Kommunen. Die 150 Millionen Euro sind dafür ein erster Schritt. Wenn diese ausgeschöpft sind, werden wir uns für eine Aufstockung einsetzen. Da können Sie sich sicher sein. Allein mit einer Kostenrechnung zu den Folgen des Klimawandels, die extrem teuer und aufwendig ist, ist noch keine Tonne CO eingespart. Im Gegenteil: 2 Wichtige Ressourcen und Gelder werden für Forschung gebunden, die uns einen Erkenntnisstand liefern, den wir bereits haben. Beim Klimaschutz zu sparen, wird uns teuer zu stehen kommen. Wir haben bereits über ein Grad Erderwärmung verursacht. 1,5 Grad sind selbst bei einer absoluten Kehrtwende in der Klimapolitik nur noch schwer erreichbar. Entsprechend ist es wichtig, sich auch jetzt mit den Folgen auseinanderzusetzen und Schleswig-Holstein auf die unumkehrbar eintreffenden Veränderungen vorzubereiten. Schon jetzt sterben Menschen in Deutschland infolge des Klimawandels, allem voran an Hitze. Deutschland steht von allen Ländern in der Welt auf Platz drei, was die Häufigkeit von Hitzetoten angeht. Schleswig-Holstein ist davon zum Glück im Norden mit viel ländlicher Region weniger betroffen. Aber die strukturelle Vorbereitung auf Hitzewellen wird mit stetigem Temperaturanstieg immer (Nelly Waldeck) wichtiger. Deswegen ist es wichtig und notwendig, die Maßnahmen, die wir bereits 2017 zusammengeschrieben haben, noch einmal zu strukturieren und einen richtigen Fahrplan auf den Weg zu bringen, wie wir uns dem Klima anpassen wollen. Wir brauchen ausreichend Stadtgrün und Frischluftschneisen, um städtische Hitze im Sommer zu vermeiden. Schneisen dürfen nicht mehr einfach zerschnitten werden können. Auch Regenrückhalte in der Landschaft können das Mikroklima kühlen. Größere Kommunen brauchen lokale Hitzeschutzpläne, um auch bei akuter Hitzegefahr schnell agieren zu können. Diese Strategie diskutieren wir gemeinsam mit Wissenschaft, Verbänden, Wirtschaft und Kommunen. Ich freue mich dabei auf die Arbeit an der Strategie. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und SPD)

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