Dr. Kai Dolgner
Herr Kollege Garg. Haben Sie bei meinem Wortbeitrag gemerkt oder auch vielleicht nicht bemerkt, dass ich das gar nicht abgestritten habe, sondern von der individuellen Gefährlichkeit des Virus gesprochen habe? Ich habe auch von der individuellen Infektiosität gesprochen. Für das Individuum spielt das erst einmal keine direkte Rolle. Natürlich kann man einen endemischen Zustand dadurch erreichen, dass man möglichst viele Infektionen hatte, weil dann die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe in der Gesamtbevölkerung eine andere ist und auch die Ausbrüche – das ist ja die Definition des endemischen Zustands – dann nur lokal und regional sind. Ich glaube, das ist noch nicht ganz erreicht. Insofern sind wir auf dem Weg, wenn wir über die Definition des endemischen Zustands sprechen. Ich erkenne an dem Punkt überhaupt keinen Widerspruch zu meinem Wortbeitrag. Mich würde aber trotzdem interessieren, weil Sie gesagt und angeführt haben, dass Sie auf meine Argumentation eingehen wollen, was Sie – unabhängig davon, was Karl Lauterbach oder sonst jemand sagt – von der Forderung halten, dass dann, wenn man die Isolationspflicht abschafft, zumindest denjenigen, die individuell andere schützen wollen, also individuell aus eigenem Antrieb ihre Verant- (Präsidentin Kristina Herbst) wortung wahrnehmen wollen, auch die Möglichkeit geben muss, sich zu schützen, ohne Nachteile gegenüber dem Arbeitgeber zu haben? (Zuruf Lukas Kilian [CDU]) – Ja, von Herrn Garg erhoffe ich eine Antwort, von Ihnen bekomme ich ja keine. (Zurufe CDU)
