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Martin Habersaat

SPD 24.11.2022 Sitzungen 20/11

Vielen Dank. Es ist die gleiche, die ich dem Kollegen Balasus auch gestellt hätte, weil es, glaube ich, entweder bei Ihnen oder bei mir ein Missverständnis bezüglich dieser Restmittelvergabe (Malte Krüger) gibt, die als Lösung der Probleme von Ihnen angeführt wird. Der Clou des DigitalPaktes, der übrigens 2019 auf den Weg gebracht wurde, war, dass allen Schulträgern mitgeteilt wurde, welche Summe für den jeweiligen Schulträger zur Verfügung steht. Diese Summe kann mittels Antrag bis Ende 2022 abgerufen werden. Die Restmittelvergabe, so hatte ich es bisher immer so verstanden, sei ein großer Topf, auf den dann wiederum alle zugreifen könnten, womit auch die Gefahr bestünde, (Christopher Vogt [FDP]: So ist es!) dass es Schulen in Schleswig-Holstein gibt und damit auch Schülerinnen und Schüler, die nicht vom DigitalPakt profitieren. (Christopher Vogt [FDP]: Genau! So ist es!) – Vielen Dank für die Frage. Ich glaube, wir haben unterschiedliche Wahrnehmungen, was in den nächsten fünf Wochen bis Ende Dezember noch passieren wird. (Thomas Hölck [SPD]: Das glaube ich auch!) Wir gehen davon aus, dass es noch viele Anträge geben wird. Aber mir ist noch mal wichtig zu betonen, dass diese Mittel nicht auf einmal weg sind, sondern sie sind weiter im System. Sie haben zwar recht, es können auch andere Schulen wieder Anträge stellen, aber die Mittel sind noch da und nicht auf einmal, von heute auf morgen, verschwunden. (Thomas Hölck [SPD]: Nur woanders!) Ich fahre fort. – Gleichzeitig bemerken wir aber auch eine Vielzahl an Problemen bei der Digitalisierung. An einigen Orten fehlen Menschen, um die Geräte vor Ort zu warten. Die Zusammenarbeit zwischen Schulträgern und Schulen funktioniert an einigen Orten nicht gut, und die Wünsche der Schulen werden teilweise nur widerwillig berücksichtigt. Lehrkräfte sind unterschiedlich gut geschult im Umgang mit digitalen Endgeräten. Daraus entstehen unterschiedliche Niveaus bei der Digitalisierung an Schulen, und die führen natürlich zu Ungerechtigkeit im Bildungssystem. Es ist ein Unterschied, ob mein Kind an eine Schule mit TabletKlassen geht oder an eine Schule, die kaum digitale Tafeln oder Beamer-Leinwand-Lösungen hat und noch mit Overheadprojektoren arbeitet. Erlauben Sie mir, einmal darauf einzugehen. Ich selbst bin eine Lehrkraft, die dieses Jahr noch mit einem Overheadprojektor in einer 7. Klasse stand und Deutschunterricht gegeben hat. Das ist eine Zumutung für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrkräfte. Jedem, der das nicht nachvollziehen kann, dem kann ich empfehlen, sich einmal vor ein sehr helles Licht zu stellen und zu versuchen, in die Tiefen der deutschen Grammatik einzutauchen und dabei die komplette Klasse im Blick zu behalten. Das ist nicht gerade einfach, und das muss im Jahr 2022 nicht mehr sein. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt CDU) Wissbegierige Kinder und Jugendliche haben etwas Besseres verdient als einen geblendeten Lehrer, der versucht, seine Foliennotizen auf einem heißen Overheadprojektor zu korrigieren. – Vielen Dank. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und FDP)

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