Andreas Hein
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir wollen Northvolt. (Unruhe) Wir haben uns in den letzten Jahren auf eine Ansiedlung in der Region vorbereitet – aus der Region heraus, mit der Region Heide, mit der Entwicklungsagentur Region Heide. Es ging von den Wasserstoffprojekten über das Reallabor, über die weiteren Fortschritte bis zur Ansiedlung des Multi-Terminal-Hubs, wo es in Zukunft möglich ist, Offshore- und Onshore-Strom in gigantischer Menge miteinander zu verschneiden. Ja, das ist ein Thema, denn wir hatten im letzten Jahr an der Westküste immer noch Abschaltungen in einer Größenordnung von ungefähr 1,856 Terrawattstunden. In den Jahren zuvor waren es über drei Terrawattstunden. Zum Vergleich: Die Menge, die Northvolt braucht, beträgt ungefähr zwei Terrawattstunden. Schleswig-Holstein verbraucht 14 Terrawattstunden, Northvolt 2 Terrawattstunden für seine Produktion. Sollte es möglich sein, diesen Strom zu nutzen und nicht abzuschalten, wäre das ein Riesengewinn für ganz Schleswig-Holstein. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und SSW) Das muss der Bund lösen. Da können Sie sagen, was Sie wollen, Herr Kollege Buchholz; es nützt ja nichts. Aber was ist eigentlich der Punkt? Wir haben uns in den letzten anderthalb Jahren darauf vorbereitet – die Region mit der Landesregierung zusammen, mit vielen Akteuren –, sind Wege gegangen, die es nicht gab, die wir erst bauen mussten. Wir haben für Northvolt 110 Hektar sichergestellt – sichergestellt! Wir haben direkt daneben in der Region weitere 30 bis 40 Hektar für die Ansiedlung von Nebengewerbe gesichert. Wir warten jetzt noch auf eine verkehrliche Anbindung über die B 5 oder ein Gleis. Sie wissen aber ganz genau von den Auftritten der Konzernbevollmächtigten, wie schön es ist, mit der Bahn darüber zu sprechen. (Beate Raudies [SPD]: Aber trotzdem haben wir was hingekriegt!) Natürlich ist das ein Punkt, bei dem wir sagen müssen, wir arbeiten mit Hochdruck daran, das hinzubekommen. Aber der wesentliche Punkt – und das wissen Sie ganz genau – sind die Stromentstehungskosten. Ja, das Paket aus den USA lockt mit Sicherheit auch. Natürlich ergibt sich daraus, dass man darüber nachdenkt, warum es in Amerika möglich ist, dass so gut gefördert wird. Ja, das ist ein Thema. Aber das wesentliche Momentum ist doch der Strompreis. Vor Kurzem bekam man in Schweden für unter drei Cent Energie aus Wasserkraft, vor etwa anderthalb Jahren, Offshore-Wind nach den TTIP-Verträgen war mit drei bis vier Cent möglich. Heute sind es acht bis neun Cent oder mehr. Wir befinden uns in einem Nachfragemarkt für erneuerbaren Strom, auch offshore. Das ist das Problem, das wir gemeinsam mit dem Bund und der EU lösen müssen. Wir brauchen einen Industriestrom, genau wie der Fraktionsvorsitzende der CDU es gesagt hat. Wenn (Andreas Hein) wir solche Ansiedlungen in dieser Dimension in Europa haben wollen, dann braucht Europa eine Antwort darauf. Das ist der Punkt. (Beifall CDU) Lassen Sie mich zum Schluss sagen: Das Signal, das heute von diesem Hause ausgehen sollte, ist nicht das Klein-klein. Das Signal, das hier rausgehen soll, ist: Ja, wir wollen Northvolt. Wir wollen diese Industrieansiedlung. Dieses starke Signal sollte einstimmig aus diesem Hause kommen. – Vielen Dank. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Lars Harms [SSW])
