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Anette Röttger

CDU 23.11.2022 Sitzungen 20/10

Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Schlusssatz eben, die Kinder in Schleswig-Holstein seien das Wichtigste in unserem Land, Jette Waldinger-Thiering, hat mich noch mal aufgefordert, an dieser Stelle und nach den vorliegenden Ergebnissen zum IQB-Bildungstrend hier nach vorn zu kommen. (Martin Habersaat [SPD]: Sie haben sich schon vorher gemeldet, Frau Röttger!) – Ich greife diesen Satz auf, Herr Habersaat. Die Motivation ist trotzdem gegeben. Ich möchte drei Aspekte hervorheben, weil ich mich in den letzten Wochen nach diesen Ergebnissen mit den Menschen unterhalten habe, mit den Kindern, mit den Eltern, mit den Familien und auch mit Lehrkräften an Schulen. Und ich glaube, ein wesentlicher Punkt – nach dieser hitzigen Debatte – ist noch einmal das Wort Motivation. Wir sind in einer besonderen Situation, die wir nie zuvor erlebt haben. Nach den letzten drei Schuljahren, der Pandemie und auch den Entwicklungen in der Ukraine haben unsere Kinder hier im Land eine ganz besondere Situation zu verkraften gehabt. Sie brauchen in dieser Situation Zuspruch. Sie brauchen Mutmacher. Sie brauchen eine tolle Lernatmosphäre, damit Lernen überhaupt gelingt und damit das, was wir hier alle gemeinsam in der Verantwortung für die Bildungspolitik des Landes zu tun haben, den Vorrang behält und alle Kinder hier in Schleswig-Holstein das Lesen, das Schreiben und das Rechnen in (Anette Röttger) der Grundschulzeit erlernen. Wir können das nicht auf später verschieben, das muss in dieser Zeit stattfinden, und alle müssen dazu beitragen. (Vereinzelter Beifall CDU und Beifall Malte Krüger [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Im Gespräch mit Familien und Elternhäusern wird klar, wie müde Kinder geworden sind, wie auch ein Mehltau über Familien liegt, und Familienzeit mit kleinen Kindern ist eine anstrengende Lebensphase. Familien, die nicht mehr in der Lage sind, morgens gemeinsam zu frühstücken, die es nicht mehr schaffen, mal eine Geschichte vorzulesen, sollten auf die vielen tollen Angebote auch aus dem Ehrenamt, die wir haben, zurückgreifen. Lesementoren, andere Hilfestellungen, all das ist vorhanden. Und wir sollten ein Augenmerk darauf richten, dass den Familien auch Zeit und Raum gegeben ist, um mitzuhelfen, dass diese Defizite ausgeräumt werden. Wie sieht es in den Schulen aus, wenn man sich mit Lehrkräften unterhält? Auch die sind müde geworden, denn sie haben Großes geleistet sowohl in der Pandemie als auch jetzt, haben – relativ geräuschlos – 6.900 ukrainische Kinder in unsere Schule integriert, eine großartige Leistung an unseren Schulen. Das verpflichtet uns zu großem Dank und Respekt. Das möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal ausdrücklich betonen: Hier wird alles getan, um das zu vermitteln und zu tun, was Auftrag des verantwortungsvollen Lehrerberufes ist. Das wird umgesetzt, und daran werden wir weiterarbeiten. (Beifall CDU])

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