Karin Prien
Nein, ich möchte jetzt gern fortfahren. – Ehrlich gesagt, ich kann die Geringschätzung dieses Engagements, die hier zum Teil zum Ausdruck gebracht worden ist, in keiner Hinsicht nachvollziehen. (Ministerin Karin Prien) Meine Damen und Herren! Wir hatten bereits vor der Pandemie erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Schwimmausbildung zu verbessern. Sie alle haben in Ihren Reden den Bericht aus dem Jahr 2018 erwähnt. Nicht erwähnt haben Sie die Abfrage von 2020, die ja gerade ergeben hat, dass die Schwimmfähigkeit um weitere 5 Prozent gesteigert werden konnte. Somit haben heute 86 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein am Ende von Klasse 6 die Schwimmfähigkeit erreicht; in dem Bericht aus dem Jahr 2018 hatten wir noch 81 % festgestellt. Die Maßnahmen scheinen also zu wirken. Meine Damen und Herren! Die Ursachen sind benannt worden. Natürlich geht es auch darum, geeignete Schwimmstätten in erreichbarer Nähe zu haben. Dort, wo das nicht der Fall ist, sind Schulen vor besondere Herausforderungen gestellt. Nun ist es aber nicht so, dass wir diese besonderen Herausforderungen nicht angehen würden; denn natürlich gibt es inzwischen in den Kreisen – das wissen auch Sie – Runde Tische, in denen Fachaufsicht, Schulaufsicht, IQSH und die Schulsportbeauftragten der Kreise intensiv daran arbeiten, die betroffenen Schulen zu beraten und sie dabei zu unterstützen, die alternativen Modelle – die Sie ja zu Recht einfordern – umzusetzen. Das findet auch in der Breite des Landes bereits statt. Meine Damen und Herren, mit dem Innenministerium, den Schwimmbadbetreibern, der DLRG und den Vereinen sind wir in engem Austausch, um immer wieder neue Handlungsoptionen zu identifizieren und die Situation zu verbessern. Die Landesregierung hat in den letzten Jahren aus den verschiedenen Fördertöpfen 30 Millionen Euro für die Sanierung und den Bau von kommunalen Schwimmstätten zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus – auch das ist schon erwähnt worden – werden über den Finanzausgleich 7,5 Millionen Euro für die Senkung der Betriebskosten kommunaler Schwimmstätten zur Verfügung gestellt. Und hierfür gilt mein Dank – das möchte ich heute sehr deutlich sagen – insbesondere dem Innenministerium. Wir – und das ist natürlich unsere vornehmste Aufgabe – kümmern uns intensiv darum, dass in der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte noch mehr Schwimmlehrer ausgebildet und auch immer wieder fortgebildet werden. Denn es geht bei der Schwimmlehrerbefähigung natürlich nicht nur um Ausbildung; es geht auch darum, sie in regelmäßigen Abständen so weiterzubilden, dass sie diese verantwortungsvolle Aufgabe auch wahrnehmen können. Deshalb haben wir seit 2018 das Thema Schwimmausbildung zu einem Schwerpunktthema im Bereich der Fortbildung im Fachbereich Sport des IQSH gemacht. Hier wird ausgebildet, hier wird fortgebildet. Wir haben übrigens auch spezielle Angebote zum „Schwimmen mit behinderten Kindern und Jugendlichen“ im Rahmen unseres Qualifizierungsangebotes ausgebaut. Denn zu Recht ist angesprochen worden, dass auch an den Förderzentren der Schwimmunterricht selbstverständlich erteilt werden muss. Meine Damen und Herren! Die Energiekrise ist angesprochen worden. Dafür bin ich sehr dankbar, Herr Kollege Krüger. Es muss jetzt sichergestellt werden, dass die Energiekrise eben nicht dazu führt, dass kein Unterricht oder weniger Schwimmunterricht stattfinden kann. Das gilt übrigens für den schulischen Unterricht genauso wie für den Unterricht der Vereine. Deshalb habe ich mich dafür eingesetzt – und ist es auch gelungen –, im Rahmen unseres Entlastungspaketes im Zusammenhang mit der Energiekrise auch Mittel zur Verfügung zu stellen. Das sind drei Millionen Euro, die wir jetzt zusätzlich zur Verfügung stellen, damit die Betriebskosten für den Schwimmunterricht zusätzlich finanziert werden können. Ich glaube, das ist eine wichtige Maßnahme, um dafür Sorge zu tragen, dass Kinder und Jugendliche nicht noch mal in einem weiteren Winter darunter leiden, dass äußere Umstände ihre Lebensbedingungen beeinträchtigen. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Meine Damen und Herren! Ich bin allen Sportlehrkräften, allen außerschulischen Partnern für ihren Einsatz für guten Schwimmunterricht an unseren Schulen außerordentlich dankbar. Sie retten damit nicht nur Leben, sondern sie eröffnen wichtige Wege für eine lebenslange sportliche Teilhabe und stärken zudem das Selbstvertrauen unserer Kinder. Das ist insbesondere nach zwei Jahren Pandemie von ganz besonderem Wert. Wir werden deshalb die Schwimmlernoffensive fortsetzen und in unseren Bemühungen nicht nachlassen. Denn jedes Kind muss schwimmen können im Land zwischen den Meeren! (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
