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Kristina Herbst

30.09.2022 Sitzungen 20/9

Frau Ministerin, gestatten Sie eine Zwischenfrage oder -anmerkung der Abgeordneten Birte Pauls? Dr. Kerstin von der Decken, Ministerin für Justiz und Gesundheit: Ich möchte gern zu Ende ausführen, weil ich jetzt zu den Lösungen komme. Welche Lösungen gibt es? Zunächst die Bundesebene: Der Bund ist für die Finanzierung der Krankenhäuser zuständig. Es ist gut, dass der Bund die Auswirkungen der Finanzierungsstrukturen auf die Geburtshilfe erkannt hat und für Pädiatrie und Geburtshilfe zumindest kurzfristig für nächstes Jahr zusätzliche Mittel bereitstellen möchte. Zudem hat der Bund eine Regierungskommission zur Erarbeitung von Vergütungsmodellen eingesetzt, wobei al- (Ministerin Dr. Kerstin von der Decken) lerdings wir als Länder wiederum nicht beteiligt worden sind. Es sind erste Informationen angekommen über die verschiedenen Versorgungsmodelle, die aus unserer Sicht aber noch stark überarbeitungsbedürftig sind. – Wir sind dran. Welche Lösungen gibt es auf Landesebene? Das Ministerium ist Aufsichtsbehörde. Was haben wir getan? Wir haben in Schleswig-Holstein bereits mehrere Maßnahmen ergriffen. Aus dem Versorgungssicherungsfonds fördern wir das neonatologische Simulationstraining, mit dem vor allem den Level-4-Kliniken ein strukturiertes Kursangebot gemacht wird. Es gibt Schulungen, die dazu beitragen, dass das Personal besser auf Notfallsituationen während oder unmittelbar nach der Geburt vorbereitet wird. Dieses Angebot wird gut angenommen. Wir werden es ausbauen und um zusätzliche Übungen anreichern. Wir möchten als Zweites die Zahl der Studienplätze in den Hebammenwissenschaften erhöhen, und wir werden uns weiterhin auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Hebammen bei den Personaluntergrenzen in der Geburtshilfe stärker berücksichtigt werden und die Eins-zu-eins-Betreuung umgesetzt wird. (Beifall CDU und vereinzelt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir haben in meinem Haus vor Kurzem einen weiteren Schritt getan. Wir haben den Qualitätszirkel Geburtshilfe eingesetzt, der in Kürze das erste Mal tagt. Dort treffen sich der Hebammenverband, der Berufsverband der Frauenärzte in Schleswig-Holstein, die Kostenträger, die Kommunen, die Krankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Vereinigung. Wir treffen uns mit den Akteuren und werden dort erst eine Versorgungsbedarfsanalyse entwickeln und dann daraus Lösungen ableiten. Potenzielle Möglichkeiten sind verstärkte Kooperationen zwischen Level-1- und Level-4-Geburtskliniken. Weitere Maßnahmen sind die räumliche Erweiterung bestehender Kapazitäten sowie die Etablierung weiterer hebammengeleiteter Kreißsäle; damit wurde an den UKSH-Standorten bereits begonnen. Ich komme zum Schluss. – Wir haben das Ziel, anhand der Ergebnisse dieses Arbeitskreises, in den alle Akteurinnen und Akteure einbezogen werden, ein Konzept im Leistungsbereich der Geburtshilfe und der Neonatologie festzulegen und dieses dann in den Krankenhausplan 2024 einzubinden. – Danke schön. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Wortmeldung Birte Pauls [SPD])

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