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Hauke Hansen

CDU 30.09.2022 Sitzungen 20/9

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! In einem Punkt stimmen wir heute Morgen in diesem Saal wahrscheinlich alle überein: Die Schließung der Geburtshilfe in Henstedt-Ulzburg mit mehr als 700 Geburten im Jahr ist für die Menschen vor Ort keine gute Entwicklung. (Beifall CDU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Geburten sind fast immer ein besonders schöner Moment im Leben einer Familie. Auch ich als Vater verknüpfe mit diesem Thema einen ganz besonderen Moment in meinem Leben. Das geht sicherlich vielen in diesem Saal so. Darum ist es auch ganz besonders wichtig, dass wir in diesem Hohen Haus sensibel mit dem Thema umgehen. Wir diskutieren heute darüber, wie wir uns die Zukunft der geburtshilflichen Versorgung in Schleswig-Holstein vorstellen. (Hauke Hansen) Grundsätzlich möchte ich eines feststellen: Zuvorderst steht die Gesundheit von werdenden Müttern und ihren Kindern, egal, ob die Geburt stationär oder zu Hause erfolgt. Erster und wichtigster Faktor dabei ist das Personal. Wir sehen aktuell einen großen Personalmangel in dem Bereich, der dazu führt, dass einige Standorte im Land ihre geburtshilflichen Abteilungen bereits geschlossen haben, weil die gesetzlichen Anforderungen nicht mehr erfüllt werden konnten. Wir bitten an dieser Stelle die Landesregierung zu prüfen, inwieweit es möglich ist, durch eine Kooperation von Kliniken unterschiedlicher Versorgungsstufen auch die kleineren Einheiten zu stabilisieren. Meine Damen und Herren! Hebammen und Entbindungshelfer sind in unserem Gesundheitssystem von zentraler Bedeutung. Wir brauchen dieses qualifizierte Personal nicht nur für eine gute Versorgung auf den Stationen in den Krankenhäusern, sondern auch für eine enge und persönliche Betreuung zu Hause. Durch diese enge Betreuung vor und nach der Geburt wird Familien mit praktischen Tipps geholfen. Durch professionelle Betrachtung und Rückmeldung der individuellen Situation wird den Familien ein wesentliches Stück Sicherheit gegeben. Probleme und Fehlentwicklungen können so frühzeitig erkannt werden, und kostenintensive Folgeerkrankungen bei Müttern und Kindern können vermieden werden. Hierfür brauchen wir ganz deutlich mehr Hebammen und mehr Entbindungshelfer in SchleswigHolstein. Darum wollen wir – so haben wir es im Koalitionsvertrag beschlossen – die Zahl der Studienplätze für Hebammenwissenschaften erhöhen. Wir erwarten von der Landesregierung hier eine zügige Umsetzung. Was mich vor einigen Tagen aber besonders hellhörig gemacht hat: Vorgestern fand im Deutschen Bundestag die Anhörung zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz statt. Der Deutsche Hebammenverband kritisiert, dass nach dem aktuellen Entwurf Hebammen nicht mehr in das Pflegebudget gehören. (Wortmeldung Martin Habersaat [SPD]) Damit würde die Finanzierung ihrer Stellen für Kliniken fast unmöglich gemacht. Das, meine Damen und Herren, darf nicht passieren! (Beifall CDU und vereinzelter Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Hier erwarten wir vom Bundesgesundheitsminister erhebliche Nachbesserungen. - Freitag, 30. September 2022 533

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